Kreisausschuss entschied über Ehrenpreis

der Johanna-Loewenherz-Stiftung

 

Dr. Elisabeth Fries, die von 1980 bis 1984 als Amtsärztin in Neuwied tätig war, wird am 12. März 2008 im Roentgen - Museum Neuwied der diesjährige Ehrenpreis der Johanna-Loewenherz-Stiftung Neuwied verliehen. Die promovierte Medizinerin erhält den einzigen kommunalen Frauenpreis in Rheinland-Pfalz für ihre Engagement in der Entwicklungshilfe. Nach ihrer Zeit als Amtsärztin ging Dr. Fries für 10 Jahre nach Nundu, im ehemaligen Zaire, im Osten der heutigen Republik Kongo.  Der Ausbau des dortigen Krankenhauses; die Entwicklung von Kindernahrung auf der Grundlage örtlicher landwirtschaftlicher Produkte, der Ausbau von Gesundheitszentren in der Region und der Erhaltung sowie die Wiedergewinnung des traditionellen medizinischen Wissens der Menschen standen auf der Agenda ihrer Arbeit.

 

Ihr Engagement wurde durch den Bürgerkrieg, der 1991 ausbrach, erschwert. Nun standen im Vordergrund ihrer Arbeit die Herstellung von Medikamenten aus Heilpflanzen und die Umsetzung eines Schulersatzprogramms in den Flüchtlingslagern in Tansania. Von 1994 bis 1996 war Dr. Fries als Medizinberaterin bei der Vereinigung der Zairischen Kirchen angestellt. Diese Tätigkeit wurde durch den Bürgerkrieg gewaltsam beendet.

 

Nach der Übersiedlung nach Nairobi 1996 übernahm sie die Koordination der Arbeiten in Kongo-Zaire. Seit 1997 lebt Dr. Fries wieder in Deutschland. Hier gründete sie den Verein „ProKivu e.V.“, der Frauenprojekten wie „Maman Bulonza“ unterstützt. Diese Projekt hat zum Ziel, die Existenz von Frauen in der Region durch landwirtschaftliche Projekte zu sichern. Darüber hinaus berät Dr. Fries Migrantinnen und Migranten mit Traumatisierungen durch den Verein refugio. Sie erstellt Gutachten für Gerichte und berät Fachkräfte, die im Kongo zum Einsatz kommen.

 

Als Würdigung dieses Engagements wurde Dr. Elisabeth Fries als Ehrenpreisträgerin 2007 vom Kreisausschuss  mit dem Ehrenpreis der Johanna-Loewenherz-Stiftung bedacht.