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Ehrenpreis 2011 der Johanna-Loewenherz-Stiftung geht an die Neuwiederin Dr. Sylvia Brathuhn

Foto: Frau Dr. Sylvia Brathuhn

Der Ehrenpreis 2011 der Johanna-Loewenherz-Stiftung geht an die Neuwiederin Dr. Sylvia Brathuhn. Damit folgte der Kreisausschuss in seiner jüngsten Sitzung dem Vorschlag der Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Neuwied. Die Landesvorsitzende der Frauenselbsthilfe nach Krebs in Rheinland-Pfalz und Saarland, die auch in Neuwied selbst eine Selbsthilfegruppe leitet und sich in der Hospiz-Arbeit engagiert wird in einer Feierstunde am 12. März 2012 den Ehrenpreis offiziell überreicht bekommen.

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Portrait einer außergewöhnlichen Frau

Sie war Schriftstellerin, Politikerin, Frauenrechtlerin und das zu einer Zeit, als Frauen kaum Rechte hatten und um jedes kleines Stück Freiheit kämpfen mussten: die Rheinbrohlerin Johanna Loewenherz. „In akribischer Kleinarbeit hatte bereits Dr. Wolfgang Dietz in den 1980igern erste Fakten zusammengetragen. Wir fanden unter anderem ein Libretto für eine Oper, ein programmatisches Werk zur Frauenfrage oder auch ein frauenpolitisches Drama. Mit der Ehrenpreisträgerin 2003 Prof. Dr. Annette Kuhn wurden weitere Aspekte ihres Lebens deutlich, so lebte sie in Berlin und München und wir fanden endlich eine Fotografie. Dr. Hildegard Brog, die die Broschüre für den Landkreis geschrieben hat, hat sich intensiver mit ihrer Rolle in der Neuwieder SPD auseinandergesetzt“, erklärt Doris Eyl-Müller, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Neuwied. Für die Historikerin Brog bleiben dennoch viele Fragen offen: „Noch immer ist uns über ihre Ausbildung wenig bekannt. Wir wissen zwar, dass sie aus gut bürgerlichem Elternhaus stammt und in Berlin und München gelebt hat, aber zu wem sie dort Kontakt und Austausch pflegte, wissen wir wiederum nicht.“

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Spurensuche

Johanna Loewenherz: Versuch einer Biographie

Endlich hat die Stiftungsgeberin der Kommunalen Frauenstiftung Ehrenpreis des Landkreises Johanna- Loewenherz- Stiftung ein Gesicht. Von der Stiftungsgründung im Jahre 1986 mussten über 20 Jahre vergehen, bis ein Foto von Johanna Loewenherz, deren persönlicher Nachlass den Flammen der Nationalsozialisten zum Opfer fiel, gefunden wurde. Nun ziert das Foto die Titelseite des Buches Spurensuche Johanna Loewenherz: Versuch einer Biographie. Johanna Loewenherz wurde als Tochter einer wohlhabenden jüdischen Familie 1837 in Rheinbrohl im Landkreis Neuwied geboren. Als alleinerziehende Mutter und engagierte Frauenrechtlerin in  der SPD vermachte sie ihr Vermögen dem Landkreis, mit der Vorgabe ein Erholungsheim für Frauen, die sich in besonderer Weise um die Sache der Frauen verdient gemacht haben, zu errichten. Der Kreis durfte das Erbe aufgrund der jüdischen Herkunft nicht annehmen, die Kriegswirren ließen das Vermächtnis in Vergessenheit geraten und erst 1984 wurde es wieder entdeckt. Damals konnte der Landkreis dem ursprünglichen Wunsch nicht mehr gerecht werden und gründete eine gemeinnützige kommunale Frauenstiftung, die Geldpreise an Frauen, gemäß dem testamentarischen Wunsch, vergibt. ...Weiter