Landrat ehrte emsige Rheinsteig-Helfer

 

Rainer Kaul sprach Lob für ehrenamtliches Engagement aus - Premiumwanderweg sorgte bereits für guten Umsatz in der Region - Gastronomie erfreut. Der Rheinsteig führt ausnahmslos durch landschaftlich reizvolles Gebiet. Das ist unbestritten. Das Projekt steht und fällt allerdings mit dem Engagement vieler Ehrenamtlicher. Genau diese standen nun im Mittelpunkt. 

HelferEine bessere Kulisse für die Ehrung der ehrenamtlichen Rheinsteig-Helfer durch Landrat Kaul (rechts) als den Rheinsteig selbst kann es nicht geben.

 

 

Der Rheinsteig boomt. Mehr als 100 000 Wanderer brachten bislang rund 3,5 Millionen Euro Umsatz in die Region. "Gasthäuser, Pensionen und Hotels zählten seit Eröffnung des Rheinsteigs im September 2005 rund 50 000 zusätzliche Übernachtungen", legte Landrat Rainer Kaul während eines Empfangs von ehrenamtlichen Rheinsteighelfern in Rheinbrohl eine beeindruckende Bilanz der Rheinland-Pfalz-Touristik vor.

"Ohne die Mithilfe und das Engagement der vielen freiwilligen Helfer hätte der Rheinsteig, der mit 75 Kilometern - das ist immerhin ein Viertel der gesamten Wanderstrecke - durch den Landkreis Neuwied führt, nicht in so kurzer Zeit als Premium-Wanderweg entstehen können. Dafür danke ich allen Beteiligten."

Jedes Jahr wählt der Landrat Bürgerinnen und Bürger aus, die sich durch ihren ehrenamtlichen Einsatz um das Gemeinwohl verdient gemacht haben. "In diesem Jahr haben wir vor diesem Hintergrund die Helfer des Rheinsteigs ausgewählt. Sie gehen die Strecken ab, halten die Wege in Ordnung, kümmern sich um die Beschilderung oder stehen als Wanderführer zur Verfügung. Sie haben nicht nur mitgeholfen, den Rheinsteig entstehen zu lassen, sondern engagieren sich auch weiterhin, um den Fernwanderweg und seine Zubringerwege attraktiv zu halten", lobte der Landrat die Helfer.

Engagement, das sich für alle auszahlt. Während der Wander- und Trekkingmesse in Düsseldorf wurde der 320 Kilometer lange Wanderweg zum "schönsten Fernwanderweg Deutschlands" gekürt und erhielt außerdem als Qualitätsauszeichnung das "Deutsche Wandersiegel".

"Wandern ist eine Massenbewegung und keine nostalgische Randsportart", urteilte auch Jörg Hohenadl, Tourismusexperte bei der Mittelstandsförderungsgesellschaft des Landkreises Neuwied, der über die wirtschaftliche und touristische Bedeutung des Wanderweges referierte. Der Rheinsteig halte "alle Trümpfe in der Hand" und sei auch Impulsgeber für die heimische Wirtschaft. "Es ist, als sei ein Schalter umgelegt worden", berichtete er, was Hoteliers und Gastronomen beim Blick auf ihre Umsatzzahlen sagen. Eine Entwicklung, die auch Kajo Elbern, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättengewerbes, sieht. "Der Rheinsteig wird sehr gut angenommen und bringt wirtschaftliche Impulse."

Dass hinter einem solchen Erfolg vor allem Arbeit steckt, schilderte Michael Sterr, Hauptwegewart des Westerwaldvereins. Er infomierte über die Arbeit der vielen Helfer, die unzählige Stunden ehrenamtlich auf der Strecke verbracht haben und immer noch verbringen. Er war zufrieden mit dem, was bisher alles geleistet wurde.

Dennoch gebe es keinen Grund, sich jetzt einfach zurücklehnen. "Es gibt noch einiges zu tun, wenn wir die Region zur Top-Wanderdestination machen wollen. Wir stehen hier erst am Anfang", stellte Sterr die Weichen in eine arbeitsreiche Wanderzukunft. Der Landrat hörte das im Hinblick auf die positiven Impulse für die heimische Wirtschaft nicht ungern. "Wir werden Sie im Rahmen unserer Möglichkeiten bei ihrer Arbeit unterstützen", versprach er.

Ferner wies er auch auf ein weiteres in Planung befindliches Wanderprojekt im Westerwald hin. "Ein weiterer Premium-Wanderweg soll vorbei an den schönsten Natur- und Kulturzielen der Region, etwa von Herborn durch das Wiedtal bis hin zum geplanten Limeszentrum in Rheinbrohl entstehen."