Sich gegen Betrüger und Diebe besser schützen -
Seniorensicherheitsberater im Kreis Neuwied klären auf und informieren

 

Zu ehrenamtlichen Seniorensicherheitsberatern werden derzeit 10 Männer und 6 Frauen aus dem Landkreis Neuwied von Fachleuten der Polizeilichen Kriminalprävention des Polizeipräsidiums Koblenz ausgebildet.  


Acht von ihnen kommen allein aus der Verbandsgemeinde Rengsdorf. In der Stadt Neuwied wird dieses Programm seit Jahren durch die Initiative des Seniorenbeirates erfolgreich durchgeführt. Der Erfahrungsaustausch der Teilnehmer bewies, dass auch der ländliche Raum nicht vor Einbrüchen und Trickbetrügern sicher ist. „Allein durch Umsicht und gesundes Misstrauen ließe sich die Sicherheitslage vieler Seniorinnen und Senioren entscheidend verbessern", ist Andrea Oosterdyk, die als Seniorenbeauftragte des Landkreises in Zusammenarbeit mit den Seniorenbeiräten sowie der Kreisvolkshochschule die Projekt für die Verbandsgemeinden initiiert hat, überzeugt. Denn ältere Menschen sind überproportional im Vergleich zu anderen Bevölkerungsgruppen Opfer von Haustürgeschäften, da sie oft gutgläubig sind und die Tricks der Betrüger gar nicht durchschauen. Deshalb ist auch für das nächste Jahr eine Ausbildung auch für die Verbandsgemeinden Dierdorf/Puderbach geplant. Der Einstieg erfolgt am 28.10. im Rahmen eines von der VHS –Dierdorf organisierten Vortrags von Sicherheitsberater Walter Alisch aus Neuwied im Sitzungssaal der Verbandsgemeinde Dierdorf.

Durch die intensive zweitägige Ausbildung durch das dreiköpfige Team des Referates Kriminalpolizeiliche Prävention Koblenz unter der Leitung von Jürgen Quirnbach werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Lage versetzt, als Multiplikatoren anderen Senioren Tipps und Erfahrungen für die eigene Sicherheit weiterzugeben. „Wir wünschen uns, dass die Seniorensicherheitsberater von den Vereinen in den Gemeinden für Vorträge und Informationen angefragt werden, insbesondere von Organisationen mit einer höheren Altersstruktur. Aber auch für Jüngere ist die Thematik genauso aktuell," so Landrat Rainer Kaul in seiner Begrüßung. Der erste Tag findet immer in der Kommune statt, der zweite Ausbildungstag im Polizeipräsidium Koblenz.

Der erste Tag stand ganz im Zeichen der Information. Die Teilnehmer lernten die Strukturen der Polizei kennen und erfuhren, in welcher Weise das Kriminalpolizeiliche Team Unterstützung bei der Arbeit der Seniorensicherheitsberater geben kann und dass sie auch nach der Ausbildung vom K15-Team betreut und fortgebildet werden. „Auch die örtlichen Polizeibezirksbeamten sind in das Projekt eingebunden und sind für die Sicherheitsberater wichtige Ansprechpartner", erläuterte Rolf Niemeyer, Kriminalhauptkommissar bei der Polizei Neuwied. Anhand von Vorträgen zeigten die Referenten (Jürgen Quirnbach, Gabi Theis und Michaela Leyendecker), wie komplex die Materie ist und dass eine wesentliche Aufgabe der Sicherheitsberater ist, gut informiert zu sein und dieses Wissen weiterzugeben oder Betroffene an die Fachberatungsstellen weiterzuvermitteln. Denn Seniorensicherheitsberater sind keinesfalls Hilfspolizisten, sondern Berater und Multiplikatoren. Behandelt wurden neben den Themen Diebstahl, Raub und Einbruch auch Gewalt an Schulen, häusliche Gewalt, Sexualdelikte wie Kindesmissbrauch, Drogen, Stalking, Terrorismus, Fremdenfeindlichkeit, Rechtsextremismus und Opferschutz.

Wie man helfen kann, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen, wurde unter dem Titel „Zivilcourage" ausführlich behandelt. Denn viele Menschen haben Angst, selbst Opfer zu werden, wenn sie sich einmischen. Gerade wenn nur ein vager Verdacht besteht, hält man sich lieber zurück, weil man fürchtet, sich rechtfertigen zu müssen oder gar belangt zu werden, wenn der Verdacht sich nicht bestätigen lässt.

Die Sicherheitslage in Krankenhäusern schilderte der Verwaltungsdirektor des DRK Krankenhauses in Neuwied, Ernst Sonntag, in einem Kurzvortrag. Er wies darauf hin, dass Krankenhäuser offene Häuser seien. Auch die Krankenzimmer seien jederzeit zugänglich und nicht abschließbar wie in einem Hotelzimmer. Sein Appell: Bitte nur das Notwendigste mitnehmen, bei den Zuzahlungen direkt bezahlen oder überweisen. Wertsachen und Geld zuhause lassen oder bei einer Person des Vertrauen oder bei der Bank auf dem Konto oder im Schließfach deponieren. Dort ist es besser und vor allem sicherer aufgehoben als im Nachtisch im Krankenhaus.