Feierstunde im St. Josefshaus in Hausen: Landrat Rainer Kaul dankte Ehrenamtlichen in Pflege- und Betreuungseinrichtungen - „Ehre, wem Ehre gebührt“
Unter diesem Motto stand die Feierstunde in der Cafeteria des St. Josefhaus, zu der Landrat Rainer Kaul ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen eingeladen hatte, die sich in Senioreneinrichtungen und Einrichtungen der Behindertenhilfe engagieren. Dies war auch zugleich das Thema eines Fachvortrags von Seelsorgerin Catrina Elisa Schneider. „Das ehrenamtliche Engagement hat in den letzten Jahren durch die demographische Entwicklung enorm an Bedeutung gewonnen und dies war für uns ein Grund, Menschen, die sich hier engagieren, einmal öffentlich Dank auszusprechen,“ erläuterte Landrat Kaul zu Beginn seiner Ansprache, „denn insgesamt leben bei uns in Heimen so viele Menschen wie in einer Kleinstadt, und die Solidarität einer Gesellschaft zeigt sich zum Beispiel, wie sie mit Wehrlosen und Schwachen umgeht,“ führte Landrat Rainer Kaul weiter aus.
Im Landkreis gibt es allein 29 Senioreneinrichtungen mit 2.200 Plätzen. Die dort lebenden Menschen sind zumeist pflegebedürftig und/oder demenzerkrankt. Hinzu kommen die Einrichtungen für behinderte Menschen. „Mittlerweile gibt es kaum noch eine Einrichtung, die nicht auf die unterstützende Hilfe von Ehrenamtlichen zurückgreift und sie als einen großen Gewinn für das ganzheitliche Wohlbefinden ihrer Bewohner ansieht“, betonte Landrat Kaul. Wie segensreich und vielfältig die ehrenamtliche Hilfe für die Bewohnerinnen und Bewohner ist, zeigten die beeindruckenden Schilderungen der Ehrenamtlichen, als sie sich und ihre Aufgaben in ihrer Einrichtung vorstellten. Der Einladung von Landrat Kaul waren mehr als 80 Personen nachgekommen, die neben dem offiziellen Teil auch Gelegenheit hatten, im Rahmen einer Führung das Haus kennen zu lernen.
„Erfreulicherweise engagieren sich weitaus mehr Männer und Frauen in diesem Bereich als heute hier sein können und Sie nehmen heute stellvertretend für alle unseren Dank und unsere Anerkennung entgegen, so Landrat Rainer Kaul weiter.
Den musikalischen Rahmen für die Feierstunde gestaltete am Klavier die 11-jährige Waldbreitbacherin Alina Schmitz, die von der Musikschule der Stadt Neuwied vermittelt wurde.
Behinderten- und Seniorenbeauftragte Andrea Oosterdyk, die in Zusammenarbeit mit dem Josefshaus die Veranstaltung vorbereitet hat: “Nachdem wir alle im Kreis ansässigen Einrichtungen angeschrieben haben, hatten wir nach einer Woche schon eine Liste von mehr als 350 Personen und wenn alle Einrichtungen ihre Ehrenamtlichen benannt hätten wären wir bestimmt bei über 500 Personen angekommen. Diese Zahl hätte den Rahmen der Feierstunde und unsere Möglichkeiten bei weitem überschritten, so dass wir die Einrichtungen bitten mussten, eine Auswahl zu treffen.
Einrichtungsleiterin Silke Weidenthaler: Wir haben für die heutige Feierstunde von unserem Mitarbeiter ein Lesezeichen mit dem Slogan „Wissen, wo man- mit dem Ehrenamt- dran ist“ als ein kleines Dankeschön entwerfen lassen. Es symbolisiert die Wechselwirkung von Ehrenamtlichen und Einrichtung und dass sie einander brauchen. Um miteinander gut arbeiten zu können, benötigt es Verbindlichkeit und klare Strukturen beider Seiten. Es sollte immer ein Geben und ein Nehmen sein.
Catrina Elisa Schneider: Ehrenamtliche brauchen fördernde Rahmenbedingungen die ein Zugehörigkeitsgefühl, Verbindlichkeit, Vertrauen und Freude am gemeinsamen Tun schaffen. Alle Beteiligten benötigen klare Strukturen, feste Zuständigkeiten/ Ansprechpartner und geregelte Kommunikationsstrukturen. Die Implementierung ehrenamtlicher Mitarbeiter/-innen in die Einrichtung hinein braucht vor allem Kommunikation mit den hauptamtlichen Mitarbeiter/-innen über deren Hoffnungen, Wünsche, Ängste und Bedenken. Aber auch Signale, die die Zugehörigkeit zur Einrichtung signalisieren, wie Versicherungen, Namensschilder und vieles mehr, sind wichtig, um die Personen sowohl zu autorisieren als auch einschätzbar und ansprechbar zu machen.


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