Die Aufgaben der Lernpaten in der Schule


Lernpaten sind Ehrenamtliche unterschiedlichen Alters, die ihre Zeit, Geduld und Lebenserfahrung in Bildungspatenschaften mit einzelnen Kindern einbringen. Sie sollen Kindern in schwierigen Lebenssituationen Helfer und Vertrauensperson sein, ihre Stärken suchen und aufzeigen.

 

Lernpaten sollen deshalb die Kinder emotional stärken, sozial fördern und beim kognitiven Lernen unterstützen. Ziel ist nicht Nachhilfe, sondern der Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung. Die Botschaft an die Kinder ist: „Du bist mir wichtig, wegen DIR komme ich her!“

 

Evaluationen zeigen, dass Motivation, Konzentration, Wortschatz und schulische Leistungen eng zusammenhängen und durch die Patenschafts-Beziehung nachweislich gefördert werden. Besonders wichtig ist, dass die Kinder Wertschätzung, Regelmäßigkeit und Kontinuität erfahren.

 

Ausgewählt werden Kinder, die in mindestens 2 der folgenden Kategorien Risikofaktoren aufweisen:

 

  • Persönliche Faktoren (Sprachprobleme, Verhaltensauffälligkeiten, Krankheit, Außenseiter u.ä.)
  • Familiäre Faktoren (Krise wie Trennung/ Scheidung/ Tod, chronische körperliche oder psychische Erkrankung, Gewalt, Alkohol/ Drogen u.ä.)
  • Soziale Faktoren (Migration, Isolation, Armut o.ä.)
  • Schulische Einschätzung: eher im letzten Leistungsdrittel in Deutsch und Mathematik oder Einbruch der schulischen Leistungen und/ oder akuten Veränderungen im Sozialverhalten

 

Ort der Patenschaften ist in der Regel die Schule. Auf keinen Fall sollen die Paten die Kinder zuhause betreuen. Die Schulen sollten sich zu Beginn das Einverständnis der Eltern zur Patenschaft geben lassen (Formblatt).

 

Die Paten können während des Unterrichts im Klassenraum oder parallel zum Unterricht außerhalb des Klassenraums das Kind betreuen, oder am Nachmittag während der betreuungszeit, ggf. auch über Mittag. Jeder Zeitpunkt kann Vorteile haben und wird mit den Paten im Detail besprochen.

 

Bedenken Sie, dass die Lernpaten oft älter sind und ihnen deshalb der Schulalltag fremd sein kann. Aber alle starten mit großem Engagement in ihre ehrenamtliche Tätigkeit als Lernpaten und sind sehr auf ihre Einführung und verlässliche Informationen angewiesen:

 

  • Was muss der Pate/ die Patin über das Kind wissen?
  • Wer ist der Ansprechpartner? Wann und wo am besten zu erreichen?
  • Welche Regeln und Absprachen gelten an der Schule, in dieser Klasse? (Hausordnung?)
  • Wie können Sie die Paten in Ihr Informationsnetz einbauen (wer informiert bei Krankheit des Kindes, Wandertag, Festen…?)

 

Lernpaten arbeiten völlig unentgeltlich. Deshalb freuen sie sich besonders, ab und zu von Ihnen ein „Danke“ zu hören oder in anderer Form Wertschätzung zu erfahren.

 

Für die Paten wie für die Schulen bieten die Kreisverwaltung Neuwied und der Caritasverband Begleitung und Unterstützung an. Regional ist die pädagogische Leitung und die Lernpatenmentorin des Caritasverbandes zuständig, für übergeordnete Fragen die Kreisverwaltung Neuwied.

 

 

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