Migrationsbeirat des Kreises diskutiert Bildungschancen Perspektiven für Schüler mit Migrationshintergrund

 

Wenn sich alle einig sind, dass die deutsche Wirtschaft in Zukunft einen Bedarf an gut ausgebildeten jungen Menschen hat, stellt sich die Frage, wie dies vor Ort zu schaffen ist. In einer öffentlichen Veranstaltung in der Heinrich-Heine-Realschule-plus in Neuwied brachte der Migrationsbeirat des Kreises Neuwied jetzt Bildungsfachleute und Beiratsmitglieder zusammen. Zur Freude des Beiratsvorsitzenden Raffaele Zampella hatte sich auch Landrat Rainer Kaul unter die interessierten Zuhörer gemischt. Ein Wermutstropfen dieses Gesprächs blieb jedoch, dass es trotz Bemühen nicht gelungen war, Personalverantwortliche aus Betrieben für diesen Gedankenaustausch zu gewinnen.

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In diesem von Herbert Woidtke und der frisch gewählten Landtagsabgeordneten Elisabeth Bröskamp geleiteten Dialog berichteten Experten über die Förderkonzepte vom Kindergarten bis zur Realschule plus. Die Leiterin des katholischen Kindergartens Bad Hönningen Rita Brücken berichtete, dass in ihrer Einrichtung inzwischen rund sechzig Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund hätten. Es gehe nicht nur um die Sprachförderung und Lernmotivation der Kinder, sondern auch um die Alltagskompetenzen der Eltern, wie Sprache, Erziehungsfragen, Ernährung und Gesundheitsvorsorge. Deshalb wünsche sie sich eine Weiterentwicklung der Kindertagesstätten zu Familienzentren. Es komme darauf an, von der Hebamme bis zu den Schulleitern alle Akteure am Ort miteinander zu vernetzen.

 

Franz Hecking, der Leiter der Marienschule in Neuwied, forderte „Normalität“. Es gehe nicht um Ausnahmesituationen, sondern darum, die Migrantenkinder in den normalen Schulalltag einzubeziehen. Bisher sei an seiner Schule noch kein Kind ohne Schulabschluss entlassen worden. Sein Fazit: „Es geht besonders gut, wenn die Eltern uns in unserer Arbeit unterstützen.“ Die folgende Diskussion machte deutlich, dass die Elternarbeit in den KITAs und an den Schulen schwierig sei, jedoch eine zentrale Bedeutung habe. Können ehrenamtliche Paten helfen, das Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Lehrern vor unterschiedlich kulturellem Hintergrund zu verbessern? Raffaele Zampella forderte mehr Lehrer mit Migrationshintergrund und interkulturellen Kompetenzen. Wenn Ängste und Sprachhemmnisse der Eltern gegenüber den Bildungseinrichtungen abgebaut werden können, dann käme dies auch den Kindern zugute.

 

Der vom Migrationsbeirat aufgenommene Dialog soll fortgesetzt werden und im Hinblick auf die Ausbildung auch die Betriebe einbeziehen.