Workshop beim Diakonischen Werk: Teilhabechancen für Migranten verbessern
Es ist nicht einfach, in ein fremdes Land zu kommen, neben sprachlichen Schwierigkeiten sich auch in einer anderen Kultur zu bewegen und die Organisation des Landes zu durchschauen. Selbst hier geborene Menschen haben es oft schwer, sich im „Ämterdschungel“ zurechtzufinden. Hilfreich können hierbei Migrantinnen und Migranten als „Mittler zwischen den Welten sein. Fachsprachlich geschult, können sie in ihrer Muttersprache wichtige Informationen weitergeben, wichtige Gesetzesgrundlagen und Regularien transparent machen und dies den Zuwanderern, zielgerichtet und ohne Zeit- und Reibungsverluste verständlich machen. Die Ethnologin und Organisationsberaterin Anke Schwarz stellte SprInt vor, eine Berufsqualifizierung für Migrantinnen und Migranten bei der Diakonie in Wuppertal. Mit diesem Ausbildungsgang können Migrantinnen und Migranten eine solide berufliche Perspektive erhalten. Aufgabe von Sprach- und Integrationsvermittlern es ist, zu vermitteln: Für ein besseres Verstehen im sprachlichen Sinne, aber auch im kulturellen für eine Akzeptanz des sozialkulturellen Hintergrundes des Anderen.
Die Einsatzfelder sind vielfältig. Als Assistenten der Sozialarbeit können sie bei Behörden und bei Behördengängen, im Gesundheitswesen, im Sozial- und Jugendbereich wertvolle Hilfe leisten und Kommunikationsprozesse wirksamer für beide Seiten gestalten. Das Besondere an diesem Ausbildungsgang ist, dass diese zum Ziel hat, durch vereinheitliche Ausbildungsstandards eine bundeseinheitliche Anerkennung zu erhalten.
Die Teilnehmer des vom Diakonischen Werk initiierten Workshops waren sich einig, dass speziell geschulte Fachkräfte auch in Neuwied hilfreich wären und viele Informationsdefizite abbauen helfen könnten. Beklagt wurde, dass sich die Behörden zu wenig in die Situation der Migranten hineinversetzen und zu wenig über Verfahrenswege aufklären. Zur Verbesserung der Kommunikation wurde auch bei den Behörden die verstärkte Fortbildung in Interkultureller Kompetenz, wie etwa bei Stadt- und Kreisverwaltung- im Umgang mit Migranten, wozu auch eine wertschätzende Haltung gehöre, angesehen. Die Vielzahl von Behörden, Anlaufstellen und Zuständigkeiten in Deutschland sei für Menschen mit Migrationshintergrund kaum durchschaubar. Ein verbessertes Selbstverständnis der Verwaltungen und Organisationen, auf Menschen mit Migrationshintergrund zuzugehen, helfe, das Einleben und die Integration zu beschleunigen und zu verbessern.

