Zugangsbarrieren abbauen - Integrations- und Migrationsbeiräte: Kommunalverwaltungen können bei interkultureller Öffnung Vorbild für andere Unternehmen sein

 

Die Beiräte für Migration und Integration sind wichtige Bündnispartner bei der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in ein örtliches Gemeinwesen. Sie vermitteln vor Ort, geben Informationen weiter und beraten die Kommune in Fragen der Integration, die sich auf vielen Handlungsfeldern vollzieht. In der Kommune, im Kindergarten, in der Schule und am Arbeitsplatz, in den Vereinen und bei der Freizeitgestaltung zeigt sich aus nächster Nähe, ob es ein selbstverständliches, gleichberechtigtes Miteinander gibt.

Bildunterschrift: Aufgeschlossen! Das markante und zugleich freundliche Eingangsportal der Kreisverwaltung Neuwied wählten die Teilnehmer des Seminars als Symbol für den interkulturellen Öffnungsprozesses der Kommunen. 2. Reihe Mitte und rechts: Vorsitzender Raffaele Zampella und Herbert Woidtke vom Kreisbeirat.

 

„Gerade die Kommunalverwaltungen, die für die Bürgerinnen und Bürger wichtige Ansprechpartner in vielen Dingen des täglichen Lebens sind und daher auch sehr stark im Mittelpunkt des Interesses stehen, können mit ihrem großen Einfluss eine ganze Menge tun, um Ausgrenzung und Benachteiligung zu verhindern und ein positives Klima zu schaffen,“ sind Raffaele Zampella, Vorsitzender des Kreisintegrations- und Migrationsbeirates und die übrigen Teilnehmer des AGARP-Seminars „Interkulturelle Öffnung in der Kommune“, überzeugt. Dieses wurde von der Geschäftsführerin des Beirates, Andrea Oosterdyk, organisiert. „Wir sind Einwanderungsgesellschaft, etwa ein Fünftel der Bevölkerung hat Migrationshintergrund. Doch so sind beispielsweise im öffentlichen Dienst Einwanderer bzw. ihre Nachkommen, die teils schon in der dritten und vierten Generation hier leben und deutsche Staatsbürger/innen sind, deutlich unterrepräsentiert.“

 

Miguel Vicente, Geschäftsführer der AGARP, der Dachorganisation der Integrations- und Migrationsbeiräte auf Landesebene, der mit weiteren Experten in der Kreisverwaltung Neuwied dieses landesweite Seminar speziell zur Schulung der Beiräte durchführte, berichtete, dass ausländisch klingende Namen oder ein „ausländisches Aussehen“ für viele Personalchefs ein Ausschlusskriterium unabhängig von den Zeugnissen oder Erfahrungen sei. Daher auch das Pilotprojekt der anonymisierten Bewerbungen von Familienministerin Schröder, damit diese strukturellen Zugangsbarrieren beseitigt werden können.

 

Dass dies nicht so sein muss, zeigt die Kreisverwaltung Neuwied. Viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dort haben den sogenannten Migrationshintergrund. Zumeist über die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz aufgrund ihrer guten Zeugnisse und im anschließenden Auswahlverfahren haben sie überzeugt und wurden daher eingestellt. „Wir verstehen uns als Dienstleister für alle Bürgerinnen und Bürger und daher möchten wir auch die Zusammensetzung der Bevölkerung in der Verwaltung repräsentieren“, erläutert Manfred Thran, Büroleiter der Kreisverwaltung. „Wir beobachten zudem in der täglichen Arbeit, dass interkulturelle Kompetenz, also die Aufgeschlossenheit, das bessere Verständnis und Erweiterung der Handlungsmöglichkeiten gegenüber Menschen mit anderem kulturellen Hintergrund die Arbeit der Sachbearbeiter deutlich erleichtert und Missverständnisse und Konflikte reduzieren kann. Daher ist dies auch ein Beitrag zum Qualitätsmanagement eines Unternehmens“ Daher wollen wir die Schulung in interkultureller Kompetenz in das Fortbildungskonzept aufnehmen,“ so Oliver Honnef, Ausbildungsleiter der Kreisverwaltung.