Landeskonzeption des Programms „Integration durch Sport“ in Rheinland-Pfalz
Integration von zugewanderten Menschen ist ein gesellschaftspolitisches Thema von größter Bedeutung. Diese wird angesichts der demographischen Entwicklung noch weiter zunehmen. Mit der Verabschiedung des Positionspapiers „Sport und Zuwanderung“ reagierte der DOSB deutlich auf die aktuelle integrationspolitische Entwicklung. Bei der Bewältigung dieses gesamtgesellschaftlichen Problems will der Sport in Rheinland-Pfalz auf jeden Fall eine zentrale Rolle spielen. Er ist sicher kein Allheilmittel, aber er kann eine Menge dazu beitragen Schwierigkeiten zu bewältigen. Viele funktionierende Projekte unseres Programms "Integration durch Sport" beweisen seit mehreren Jahren, dass die Gewaltbereitschaft bei den Migranten, die in den Sport eingebunden sind, wesentlich geringer ist als bei den anderen. Soziale Integration und Partizipation ist die gelebte Praxis – Sport spricht alle Sprachen. Trotzdem ist zu betonen, dass Migrantinnen und Migranten in den Vereinen unterrepräsentiert sind. Hier eröffnen sich Potenziale aus gesellschaftspolitischer Perspektive, wie aus dem Blickwinkel des organisierten Sports.
Der Sportverein ist wie kaum eine andere Institution neben der Kindertagesstätte, Schule und dem Ausbildungsbetrieb ein Ort gelebter Integration für Hunderttausende von Kindern und Jugendlichen. Hier werden soziale Bindungen geknüpft und Freundschaften geschlossen. Auf sport-spielerischem Wege wird die Chance auf gesellschaftliche Teilhabe, Anerkennung und Selbstverwirklichung geboten. Die Kinder und Jugendlichen erfahren Kameradschaft, lernen beispielsweise sich in die Gruppe einzuordnen und mit Siegen und Niederlagen umzugehen. Der Sport hat außerdem zum Ziel, Jugendliche, die sich auf der Suche nach ihrem sozialen Platz in der Gesellschaft befinden, zu unterstützen. Durch den Sport werden entsprechende Angebote im unmittelbaren Lebensumfeld der Jugendlichen offeriert. Die Sportvereine sind in ihrem Umfeld präsent und aktiv. Dadurch hat der Sport Einfluss auf Persönlichkeitsentwicklung, Gesundheit, soziale Kompetenz sowie körperliche und geistige Leistungsfähigkeit der Jugendlichen. Besonders für die Zielgruppe der Zuwanderer ist die von Sportvereinen angebotene offene Jugendarbeit ein wichtiges und geeignetes Feld für deren Integration und Identitätsentwicklung. Dies gehört zu den Hauptzielen, die das Programm „Integration durch Sport“ in Rheinland-Pfalz seit vielen Jahren verfolgt.
Unser Programm unterstützt Sportvereine, die sich besonders für die Integrationsarbeit engagieren. Im Jahr 2009 wurden landesweit über 17 solcher Stützpunktvereine gefördert. Diese Stützpunktvereine sind besonders wichtig, weil sie über ein hohes soziales Potential und vielfältige Erfahrungen bei der integrativen und mitunter sogar pädagogischen Arbeit verfügen. Darüber hinaus sind sie stark mit anderen lokalen Organisationen vernetzt. Aufgrund der flächendeckenden Struktur bilden diese Stützpunktvereine in Rheinland-Pfalz die Grundlage unseres Programms "Integration durch Sport". Sie zeigen an, welche Ansätze erfolgreich sind und wie sie praktisch umgesetzt werden können. Das flächendeckende System garantiert eine effiziente Wirkung in Ansiedlungsschwerpunkten und sozialen Brennpunkten von Migranten.
In Kooperation mit anderen Netzwerkpartnern vor Ort (Schulen, Diakonische Werke, Ausländerbeiräten, Jugendämtern, Wohlfahrtsverbänden, Migrantenorganisationen u.s.w.) wurden eine Vielzahl an Integrationsmaßnahmen, wie Spielfeste, Ferienfreizeiten, Trainingslager, Großsportveranstaltung etc. organisiert und durchgeführt.
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