Verbandsgemeinde Puderbach
weiter zur Homepage der Verbandsgemeinde Puderbach
|
Die Verbandsgemeinde Puderbach liegt im Nordosten des Kreises Neuwied, direkt im Herzen des Westerwaldes. Von Linkenbach im Südwesten bis Oberdreis im Nordosten grenzt der Bereich Puderbach an den Landkreis Altenkirchen, im Osten mit den Ortsgemeinden Oberdreis und Woldert an den Westerwaldkreis. Nach dem Landesgesetz über die Einteilung des Landes Rheinland-Pfalz in Regionen (Regionengesetz) zählt der Nahbereich Puderbach zur Region „Westerwald“. Betrachtet man die Lage der Verbandsgemeinde Puderbach im größeren Bereich, so liegt sie zentral zwischen den Ballungsräumen an Rhein und Ruhr sowie Rhein und Main. Sie wird verkehrsmäßig weiträumig eingerahmt bzw. berührt durch die Bundesautobahn Köln-Frankfurt A3 im Süden, die B 256 im Westen, die B 8 im Norden und die B 413 im Osten. Weitere überörtliche Landesstraßen stellen die Verbindung vom Rhein zum Westerwald, ins Siegerland und in den Nassauischen Raum her. | |
|
In der früheren Geschichte der Verbandsgemeinde Puderbach ist die Kirche und das Kirchspiel Puderbach erstmals im Jahre 1256 erwähnt. Das Gericht und die Hohe Veste Puderbach mit der Gerichtslinde sind zuerst 1553 genannt. Die Hohen Vesten zu Urbach, Puderbach und Rückeroth sind aus einer alten Zent hervor gegangen, deren Gerichtsrechte gemäß den späteren Besitzverhältnissen zweifellos schon in alter Zeit auf die Grafen zu Wied übergegangen waren. Die Reichensteiner sind als „Walpoden“ (=Gewaltbote) in der oberen Grafschaft von den Grafen zu Wied eingesetzt; ihre Rechte wurden ihnen von den Grafen verliehen. Gerichtsrechte der Walpoden von Reichenstein-Neuerburg sind zuerst 1256 bezeugt an dem im Kirchspiel Puderbach gelegenen Berg, wo sie später ihre Burg Reichenstein erbauten. Der Ortsname Puderbach ist gebildet vom althochdeutschen Personennamen Bothar=Gebieter. Das Grundwort des Namens steckt auch in der Amtsbezeichnung des Walpoden, einer der im Auftrag eines Höheren Amtsgewalt ausübt. Dies legt den Gedanken nahe, dass die Namensgebung des Ortes Puderbach ursprünglich mit dem Sitz eines Walpoden zusammenhängt. | |
|
Die Verbandgemeinde Puderbach umfasst heute 16 Ortsgemeinden, bestehend aus 39 Ortschaften mit 15.967 Einwohnern. Sie besteht in ihren derzeitigen Grenzen seit 1937 und ist hervorgegangen aus den einstmals eigenständigen Ämtern Puderbach und Niederwambach. Der Verbandsgemeindebereich umfasst eine Fläche von 9.500 ha, wovon die Hälfte mit Wald bedeckt ist. Bis etwa zum Jahre 1940 hatte der Bezirk Puderbach einen rein landwirtschaftlichen Charakter. Infolge der geringen Bodenfläche herrschte der Kleinbesitz vor. Durch die geringen Betriebsgrößen war meist ein Mitglied der Familie gezwungen, in den ansässigen Industriebetrieben oder als Auspendler einem Nebenverdienst nachzugehen. Durch die Ansiedlung weiterer Industriebetriebe und Veränderungen in der Landwirtschaft begann nach 1945 ein Strukturwandel, der bis heute nicht ganz zum Abschluss gekommen ist. Die Arbeitsmöglichkeiten in der heimischen Industrie fingen die Abwanderungen aus der Landwirtschaft zum größten Teil auf. In mehreren Gemeinden wurden landwirtschaftliche Aussiedlungen vorgenommen, womit sich auch im hiesigen Bereich der Trend zum leistungsfähigen Großbetrieb durchsetzte. | |
|
Wegen der Lage vieler Ortsgemeinden in landschaftlich reizvoller Umgebung und dem Waldreichtum hat sich auch der Fremdenverkehr entwickeln können, der seit dem 01.03.2004 professionell durch ein Touristikbüro vermarktet wird, um die sanfte Vermarktung der Region Puderbach mit seinen landschaftlichen Reizen, den Sehenswürdigkeiten und Freizeitmöglichkeiten den Urlaubs- und Erholungssuchenden eindrucksvoll darzustellen. Eine eigene Internetseite: www.puderbach-land.de ist eingerichtet und vermittelt eine Vielzahl von Informationen über das Puderbacher Land. Das Landschaftsbild wird durch relativ sanft bewegtes Gelände, von Höhen, flach geneigten Hängen, die weite Talmulden begrenzen, geprägt. Größere Waldflächen gliedern den Raum, von dessen Höhen man weite Fernblicke genießen kann. Die Dör fer sind vielfach noch klein, so dass hier im Gegensatz zu dem benachbarten rheinischen Ballungsgebiet ein „Überfluss“ an Landschaft besteht. Um der allgemeinen Entwicklung Rechnung zu tragen, waren und sind aber auch umfassende strukturpolitische Planungen notwendig. So wurde für den gesamten Bereich der Verbandsgemeinde Puderbach ein einheitlicher Flächennutzungsplan erstellt. Er zeigt eine gesunde Mischung von Wohn- und Gewerbeflächen. Im Tale des Holzbaches stellt eine leistungsfähige Industrie zahlreiche Arbeitsplätze zur Verfügung. Die Ansiedlung von Gewerbe wurde erst jüngst verstärkt durch Ausweisung von Flächen und Ansiedlung von Betrieben im Industriepark „Urbacher Wald“, an der L 266 (gegenüber dem Rasthaus „Urbacher Wald“) gelegen. | |
| |
|
Aber auch in der Vergangenheit wurden erhebliche Anstrengungen zur Verbesserung der Infrastruktur unternommen. So stellt das Schulzentrum in Puderbach eine moderne, den neuesten pädagogischen Erkenntnissen gerecht werdende Bildungsstätte dar. Es umfasst neben Grund- und Regionalschule (Ganztagsschule), eine Schulturnhalle und ein modernes Hallenbad. Daneben bestehen noch die Grundschulen Urbach und Raubach. In Raubach befindet sich daneben noch eine Sonderschule, mit größerem Einzugsbereich für Lernbehinderte. Die Puderbacher Volkshochschule ergänzt seit vielen Jahren mit ansehnlichem Erfolg die Erwachsenen- und Weiterbildung in einer Fülle von qualifizierten Seminaren und Leistungskursen. Kindertagesstätten befinden sich in Puderbach, Urbach, Raubach, Steimel, Daufenbach und Dernbach. In Puderbach wurde eine zentrale Sportanlage für alle Möglichkeiten des Breitensports geschaffen, die ergänzt wird durch eine Vielzahl von Anlagen im näheren Einzugsbereich von Fußball über Tennis, Bodybuilding bis hin zum Schießsport. Erst vor wenigen Jahren wurde in Urbach ein solarbeheiztes Freibad eingerichtet. Darüber hinaus wurde in Urbach eine alte Heimstätte zu einem modernen Begegnungszentrum für junge Menschen umgebaut. Die verantwortlichen Organe und Institutionen in der Verbandsgemeinde Puderbach werden auch in Zukunft bemüht sein, durch weitere infrastrukturfördernde Maßnahmen den Wohn- und Erholungswert der Ortsgemeinden noch attraktiver zu gestalten. Der Umweltschutz und die Landschaftspflege finden genauso Beachtung wie die Erschließung von neuem Baugelände. Der öffentliche Personennahverkehr wurde vom Leistungsangebot erheblich verbessert, ein Radwegnetz und ein Nordic Walking Park wurden aufgebaut. |





