Verbandsgemeinde Waldbreitbach
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| Zwar ist die Vor- und Frühgeschichte des Siedlungsraumes im Wiedtal und den umgebenden Höhen weitgehend unbekannt, doch lassen einzelne Funde bereits auf eine Besiedlung vor etwa 3.000 Jahren schließen. Gesicherte geschichtliche Daten geben urkundliche Erwähnungen im 12. und 13. Jahrhundert nach Chr., insbesondere im Zusammenhang mit der Niederlassung des Deutschherrenordens in Waldbreitbach und der Entstehung der Neuerburg bei Niederbreitbach. Etwa in der Mitte des 13. Jahrhunderts ist die Burg im Besitz der Gräfin Mechthildis von Sayn, die das Neuerburger Land an das Erzstift zu Köln abgetreten hat. Bereits 1290 wird dieses Gebiet als kurkölnisches Amt ausgewiesen, und zwar in einer Verwaltungseinheit mit Altenwied, später auch mit Linz. In der Folge wird das Land um die Neuerburg mehrfach verpfändet, offenbar als Folge der chronischen Geldnot Kurkölns. | |
| In ihren heutigen Grenzen besteht die Verbandsgemeinde Waldbreitbach, so ihre Bezeichnung seit der Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz, seit 1973. Sie umfasst die Ortsgemeinden Breitscheid, Datzeroth, Hausen (Wied), Niederbreitbach, Roßbach und Waldbreitbach, in denen insgesamt rd. 9.400 Einwohner leben. Die Fläche der Verbandsgemeinde beträgt 4.920 ha, davon entfallen fast 54 % auf Wald- und etwa 33 % auf Landwirtschaftsflächen. Schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts zeigten sich im Wiedtal erste Fremdenverkehrsaktivitäten, die sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem wirtschaftlichen Schwerpunkt entwickelten und das Erscheinungsbild der Orte nachhaltig prägten. Der Fremdenverkehr wurde neben Landwirtschaft, Handwerk und Gewerbe eine bedeutende Erwerbsquelle für die Bevölkerung vor Ort. Seit 1969 sind Roßbach, Waldbreitbach, Hausen und Niederbreitbach staatlich anerkannte Luftkurorte. | |
| Weithin bekannt geworden ist der Waldbreitbacher Raum durch die hier angesiedelten Klöster sowie Kliniken und Sozialeinrichtungen. Dem St. Josefshaus in Hausen, dem Mutterhaus des Ordens der Franziskanerbrüder vom hl. Kreuz, sind ein Altenpflegeheim sowie Abteilungen für schwerstpflegebedürftige, psychisch und geistig behinderter Menschen angeschlossen. Gegenüber von Hausen, hoch über dem Wiedtal gelegen, befindet sich das St.Marienhaus, das Mutterhaus der Franziskanerinnen von Waldbreitbach, dem ein modernes Bildungshaus angegliedert ist. Hier befindet sich auch der Sitz der St. Elisabeth-Kranken- und Pflege GmbH, die mit zahlreichen Krankenhäusern und sozialcaritativen Einrichtungen einer der größten freigemeinnützigen Krankenhausträger in der Bundesrepublik ist. In unmittelbarer Nähe dieser Einrichtungen ist das St. Antoniushaus angesiedelt, eine anerkannte und modernepsychiatrische Klinik. Schließlich befindet sich oberhalb von Hausen, in Trägerschaft der Landesversicherungsanstalten Speyer, Westfalen und Düsseldorf, die Westerwaldklinik als Schwerpunktklinik für Neurologie und Psychosomatik. In Kooperation mit dem Bundesverband für die Rehabilitation der Aphasiker und dem Landesverband Aphasie Rheinland-Pfalz eröffnete die Westerwaldklinik am 27. November 2003 das Aphasiezentrum Rheinland-Pfalz (AZR). Das Aphasiezentrum ist eine eigenständige Einrichtung innerhalb der Westerwaldklinik. Die genannten Kliniken haben zusammen über 700 Betten; fast 900 Arbeitsplätze für Voll- und Teilzeitbeschäftigte unterstreichen die wirtschaftliche Bedeutung dieser Einrichtungen nicht nur für die Verbandsgemeinde Waldbreitbach, sondern die gesamte Region. | |
Ein besonderes Angebot für Einheimische und Gäste, Jung und Alt, ist das Wiedtalbad mit Hallen- und Freibad, Sauna, Erlebnisbecken und Whirlpool. In die Abwasserbeseitigung hat die Verbandsgemeinde in den vergangenen Jahren viele Millionen investiert. Die bereits vor 30 Jahren gebauten Kläranlagen der ersten Generation sind durch moderne, leistungsfähige Anlagen ersetzt worden. Die Verbandsgemeinde Waldbreitbach ist ein beliebter und bevorzugter Wohn- und Lebensraum. Dazu tragen eine weitgehend noch intakte Umwelt, die reizvolle Tal- und Mittelgebirgslandschaft, schmucke und überschaubare Dörfer, ein reges Vereinsleben und schließlich ein breites Angebot an Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben vor Ort wesentlich bei. |




