„Das Konzept hat vor zehn Jahren den ÖPNV im Norden von Rheinland-Pfalz auf ein neues Niveau gehoben, indem es den gesamten Busverkehr neu konzipiert hat. Seitdem hat sich die Mobilität in Stadt und Land durch die enge Verzahnung von Bus und Bahn sehr positiv entwickelt“, würdigt SPNV-Nord Verbandsvorsteher Achim Hallerbach, Landrat Kreis Neuwied, das Jubiläum.
„Mit dem jüngst verabschiedeten Landesnahverkehrsplan setzen wir einen finanziellen Rahmen, der die inzwischen landesweit 142 regionalen Hauptlinien absichert. Dies ist eine wesentliche Grundlage für den dauerhaften Erfolg der ÖPNV-Konzepte. Und vor allem ist es ein wichtiger Baustein unserer klimafreundlichen Mobilitätspolitik in Rheinland-Pfalz“, freut sich Mobilitätsministerin Katrin Eder.
Das Ziel des Konzepts ist es, lokale und regionale Busverkehre eng mit dem Schienennetz zu verknüpfen, Schülerverkehre zu integrieren und die Verkehrsangebote schrittweise zu bündeln und zu modernisieren. Entstanden ist ein regionales Hauptliniennetz, das auch über Landesgrenzen hinausgeht. Ergänzt werden die regionalen Verbindungen um ein großflächiges Radbusnetz, bestehend aus 22 Linien. Diese sind vor allem bei Touristen und Tagesausflüglern sehr beliebt. Darüber hinaus gibt es einige Expresslinien wie beispielsweise die 120 (Altenkirchen - Horhausen - Neuwied), 410 (Bitburg-Stadt - Luxemburg), 555 (Bernkastel-Kues – Wittlich – Daun), 615 (Flughafen Hahn – Koblenz), 645 (Simmern – Bad Kreuznach) oder 800 (Idar-Oberstein - Thalfang – Trier), die als Rückgrat des überregionalen Busnetzes fungieren und Bahn, Stadtverkehr und Radverkehr intelligent miteinander verbinden.
Das regionale Netz hat einen Gesamtumfang von 25 Millionen Kilometern pro Jahr und gehört damit im bundesweiten Vergleich zu den Spitzenreitern. Es besteht im Vergleich zum Startzeitpunkt 2015 aus deutlich mehr und besser ausgestatteten Bussen inkl. Free-WiFi/Signalverstärkern, USB-Ladebuchsen und Klimatisierung. Ihre direkte Linienführung ermöglicht schnelle Reisezeiten, vergleichbar mit denen des PKW-Verkehrs. Die meisten Linien verkehren im Stunden-Takt von frühmorgens bis Mitternacht, auch am Wochenende. Nachtbusse erschließen in Freitag- und Samstag-Nächten sowie vor Feiertagen nicht nur den großstädtischen Raum, sondern auch die ländlichen Gebiete, wie beispielsweise gleich 32 Orte im Oberen Westerwald.
Durch die Einführung zahlreicher neuer Haltestellen konnte die Erreichbarkeit der Buslinien in den Städten und Dörfern deutlich verbessert werden. Alle nord-rheinland-pfälzischen Regionen sind nun mit umsteigefreien Direktverbindungen an die Oberzentren Koblenz bzw. Trier sowie ihre Bahnhöfe angeschlossen. Dadurch sind auch überregionale Ziele wie Köln, Bonn, Mainz, Frankfurt, Saarbrücken oder Luxemburg schnell erreichbar. Durch die Einführung des Deutschlandtickets wurde die Nutzung des Gesamtsystems Bahn/Bus deutlich vereinfacht. Finanziert werden die regionalen Hauptlinien, früher auch gerne RegioLinien genannt, zu 100 % durch das Land RLP, im Norden über den Haushalt des SPNV-Nord. Die lokalen Linien werden im Norden vollständig durch die lokalen Aufgabenträger, also die Landkreise, finanziert.
„Mit dem ÖPNV-Konzept Nord haben wir gemeinsam die Grundstruktur gelegt, dass Bus und Bahn noch besser ineinandergreifen“, betont Verbandsdirektor Thorsten Müller „Gerade in ländlichen Regionen, wo nicht überall Schienen liegen, brauchen wir starke Busangebote, die die Menschen schnell, zuverlässig und bequem zur nächsten Bahn bringen. Wir freuen uns sehr, dass die vor zehn Jahren eingeführten RegioLinien im Busverkehr so gut angenommen werden. Beispielsweise werden die RegioLinien 460 Koblenz – Montabaur – Westerburg und 200 Hermeskeil - Trier noch besser genutzt, als ohnehin erwartet wurde.“
Der ehemalige Verbandsdirektor Dr. Thomas Geyer hat das Projekt jahrelang begleitet und es 2015 in die Umsetzung gebracht. „Was als Vision begann – ein integriertes Bus-Schienen-Netz mit klarer Struktur, wirtschaftlicher Grundlage und grenzüberschreitender Perspektive – ist seit 2015 schrittweise Realität geworden.“
Weiterführende Informationen finden Sie unter www.move-rlp.de/regionale-buslinien, www.radbusse.de oder auf den Internetseiten der Verkehrsverbünde VRM und VRT.
