Ein Plädoyer für die regionale Landwirtschaft

Aktuelle Themen und drängende Anliegen der regionalen Landwirtschaft standen erneut im Mittelpunkt der traditionellen Lichtmesstagung in der Wiedparkhalle in Neustadt/Wied. Landrat Achim Hallerbach nutzte das Forum für ein eindringliches Plädoyer zugunsten der heimischen Agrarschaffenden.

„Es ist nahezu grotesk, dass unsere vitale Landwirtschaft trotz ihres Status als Lebensmittelerzeuger Nummer Eins aufgrund von vielerlei Ärger und Frustrationen einfach nicht zur Ruhe kommt. Neben bürokratischen Hürden wirken sich Produktionskosten über dem Erzeugerpreis und die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns ebenso negativ aus wie die Preissenkungsrunden großer Supermarktketten und ein teils ungebremster Flächenverbrauch in manchen Bereichen“, sieht der Kreis-Chef die Wirtschaftlichkeit von so manchem Betrieb bedroht.

Vor diesem Hintergrund bewertete der Landrat die Anstrengungen der Bundesregierung zur Positionierung als Agrar-Exportland grundsätzlich positiv. Im aktuell eingefrorenen Mercosur-Abkommen sieht Achim Hallerbach allerdings nur dann gute Chancen für die deutschen Erzeuger und Produzenten, wenn es gelingt, für importierte landwirtschaftliche Produkte aus Brasilien oder Argentinien dieselben Produktions- und Qualitätsstandards festzuzurren wie sie hierzulande gelten „Die Existenz heimischer Betriebe darf keinesfalls gefährdet werden, ansonsten ziehen wir alle den Kürzeren. Hier geht es maßgeblich um die Versorgungssicherheit“, betonte Landrat Achim Hallerbach. Der Gleichklang von Wirtschaftlichkeit und Qualität war auch der Tenor bei der Podiumsdiskussion mit den Bewerberinnen und Bewerber um ein Landtagsmandat bei der Wahl im März, die parteiübergreifend die Position des Landrats stützten, sich für die Landwirtschaft einsetzen zu wollen. 

Weitere Lichtblicke für Akteure in Ackerbau und Viehzucht hatte es bereits vor der Lichtmesstagung gegeben.

Zu diesen ermutigenden Signalen zählten das Aus vom Aus für die Agrardieselsubventionen und die Aussetzung der „Rote-Gebiete“-Regelung in Rheinland-Pfalz ebenso wie ein offenbar wachsendes Interesse am „Ausbildungsberuf Landwirtschaft“. Letzteres dürfte unter anderem auf die große Anpassungsfähigkeit der Branche und ihren Stellenwert für die Gesellschaft zurückzuführen sein.

Das bewertete auch der Kreis-Chef entsprechend: „Unsere heimische Landwirtschaft sorgt für Ernährungs- und Versorgungssicherheit unter höchsten Standards, für Umwelt- und Klimaschutz und für die Zukunft der ländlichen Räume“, erkannte Landrat Achim Hallerbach viele positive Tendenzen, zu denen auch ein eigenes Erfolgsprojekt zählt:   

So erfreut sich die Naturgenuss-Regionalinitiative der Kreis-Wirtschaftsförderung immer größerer Beliebtheit – mittlerweile haben sich über 80 Erzeugerbetriebe angeschlossen. Fest an der Seite der regionalen Landwirtschaft steht ebenfalls die Untere Landwirtschaftsbehörde des Landkreises, für die Jan Schumacher und Alexandra Moog vor Ort waren. Landrat Achim Hallerbach: „Stellvertretend sind sie die Gesichter für unsere Botschaft: Unsere Landwirtschaft ist einfach lebensnotwendig! Tragen wir mit unserem Konsumverhalten dazu bei, dass wir landwirtschaftliche Erzeugnisse aus unserer Region wertschätzen und sie an der Ladentheke in den Einkaufskorb packen!“

Abschließend bezog Landrat Achim Hallerbach noch eindeutig Stellung zum Thema Weidetierhaltung: „Alle Weidetiere müssen geschützt werden und dafür braucht es eine wirkungsvolle Wolfsbejagung. Jetzt und nicht morgen.