Die Versorgung älterer Menschen mit Demenzen und Depressionen im Landkreis Neuwied

Informative Veranstaltung in der DRK-Kamillus-Klinik Asbach

Foto: Die Mitwirkenden der Informationsveranstaltung (v.l.n.r.): der kaufmännische Direktor Nicki Billig, Chefarzt Dr. Dieter Pöhlau, Helmut Reith, Dr. Ulrich Kettler von der Psychiatriekoordination der Kreisverwaltung, Achim Hallerbach und Dirk WachtlerDie Daten der Krankenkassen belegen deutlich, dass die Zahl psychisch kranker Menschen in Deutschland steigt seit Jahren an“, so der 1.Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach. „Dies gilt auch für ältere Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Neuwied“. Zu der Informationsveranstaltung „Demenzerkrankungen und Depressionen im Alter“ hatten der Förderverein der DRK-Kamillus-Klinik und die Psychiatriekoordinationsstelle des Landkreises Neuwied eingeladen.

Der Vorsitzende des Fördervereins der Klinik, Helmut Reith begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Eine psychische Erkrankung im Alter bedeutet einen erheblichen Einschnitt für die Betroffenen, aber auch für Freunde und Angehörige. Der Förderverein unterstützt die Klinik bei der Verbesserung der Diagnose und Behandlung psychischer Erkrankungen. So wurden beispielsweise zwei weitere Screening-Geräte für das Schlaflabor angeschafft. 

Der 1.Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach, gleichzeitig Dezernent für Gesundheit und die gemeindenahe Psychiatrie, unterstrich die große Zahl der psychischen Erkrankungen. Derzeit leben schätzungsweite 1,5 Millionen Menschen mit einer Demenz in Deutschland. Übertragen auf den Kreis Neuwied ist davon auszugehen, dass rund 3.400 Bürgerinnen und Bürger an einer Demenz erkrankt sind. „Die Zahl depressiv erkrankter Menschen in Deutschland liegt sogar bei 4 Millionen. Übertragen auf den Landkreis Neuwied ist von schätzungsweise 3.100 über 75-jährigen Menschen im Landkreis Neuwied auszugehen, die an einer Depression leiden,“ unterstrich Hallerbach.

In seinen informativen Vortrag machte Dr. Pöhlau, Chefarzt der Neurologie der Kamillus-Klinik Asbach deutlich, dass gerade Depressionen im Alter behandelbar sind. Voraussetzung hierfür ist, dass die Erkrankung korrekt diagnostiziert und entsprechende Therapiemöglichkeiten eingeleitet werden. In seinem Vortrag unterstrich er weiter den Zusammenhang zwischen depressiven Erkrankungen und Suizid. Ausführlich und anschaulich stellte er die Ursachen depressiver Erkrankungen, die Unterschiede im Schweregrad einer depressiven Erkrankung sowie die Behandlungsmöglichkeiten und auch präventive Maßnahmen zur Vermeidung einer Depression dar. 

Etwas anders gestaltet sich die Situation bei Demenzerkrankungen. Mit den vorhandenen Therapiemöglichkeiten können zwar Symptome der Erkrankung verbessert werden, nicht aber die Erkrankung geheilt werden. Umso wichtiger ist es, durch eine entsprechende Lebensweise Risikofaktoren für eine spätere Demenzerkrankung zu vermeiden. Als wichtige Botschaft an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterstrich Dr. Pöhlau, dass eine differenzierte Diagnose die Grundvoraussetzung für eine gute Behandlung von Depressionen und Demenzerkrankungen ist.

In der anschließenden Diskussion wurden verschiedene Fragen zu Leistungen und deren Finanzierung gestellt. Hauptansprechpartner sind hier zunächst die Pflegestützpunkte für gesetzlich versicherte und COMPASS Private Pflegeberatung für privat versicherte Personen. An weiteren Informationsständen stellte die Neuwieder Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe (NEKIS) sowie die Lokale Allianz für Menschen mit Demenz Neustadt/Wied ihre Arbeit und Aktivitäten vor. Umrahmt wurde die Veranstaltung von den „Kuhlen Musikanten“ aus Vettelschoß unter der Leitung von Dirk Wachtler. Weitere Informationen finden Sie auch im Internet auch unter www.psychiatrie-neuwied.de.

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