Neuer Kindergarten in Rheinbrohl geplant

Wie viele Kita-Plätze werden zukünftig in der Verbandsgemeinde Bad Hönningen benötigt? Mit dieser Frage beschäftigten sich aktuell Kita-Leiterinnen, Träger und Mitarbeiter der Verwaltungsstellen im Gespräch mit Bürgermeister Michael Mahlert und dem 1. Kreisbeigeordneten Achim Hallerbach.

Foto: Michael Mahlert (links) und Achim Hallerbach im Gespräch mit Daniela Bamberg (Leiterin der kommunalen Kita Casa Vivida Rheinbrohl) am geplanten Standort für die neue Kita.Vorausgegangen war schon eine Bestandsaufnahme der Situation in den drei Kitas seit September 2016. Und die fällt deutlich aus: Die vorhandenen 335 Plätze für Kinder aus der Stadt Bad Hönningen und den Ortsgemeinden Rheinbrohl und Hammerstein werden im laufenden Kindergartenjahr knapp ausreichen, um alle angemeldeten Kindern mit Rechtsanspruch auf frühkindliche Förderung oder einen beitragsfreien Kindergartenplatz betreuen zu können. In den kommenden Jahren erwarten die Planer einen weiter ansteigenden Bedarf an Kita-Plätzen.

„Für das Jahr 2018/19 werden nach aktueller Einschätzung aufgrund der augenblicklichen Geburtenzahlen zwischen 365 und ca. 385 Plätzen benötigt werden. Das heißt, dass für die Kinder aus den drei Gemeinden zwischen 30 bis 50 Plätze fehlen werden,“ so der 1. Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach.

Die Ursachen hierfür liegen laut Hallerbach und Mahlert, der die Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung als konstruktiv bezeichnet,  auf der Hand: steigende Geburtenzahlen, vermehrte Zuzüge junger Familien in die Region und ein verändertes Zugangsverhalten bringen die steigende Nachfrage nach Kita-Plätzen mit sich.

Noch im Juni hatten die Vertreter aller Kitas übrigens gemeinsam mit der Verbandsgemeindeverwaltung und dem Jugendamt, mit Kita-Leitungen und Trägern die Situation im Rahmen eines Regionalen Planungsgespräches ausführlich beraten und keinen akuten Handlungsbedarf festgestellt. Und die Projektgruppe Bildung und Region in Bonn – vom Kreis mit der Erstellung eines Gutachtens zur voraussichtlichen Bedarfsentwicklung bis 2030 beauftragt – hatte seinerzeit für 2016 sogar einen stattlichen Überhang an Kita-Plätzen ausgemacht.

Eine passgenaue Planung, wie viele Plätze tatsächlich benötigt werden, ist dabei kaum möglich, weiß Achim Hallerbach. „Wir können die Zahl der notwendigen Plätze aufgrund der bekannten Geburtenzahlen aus der Einwohnermeldestatistik der Verbandsgemeindeverwaltung in den einzelnen Jahrgängen nur rechnerisch ermitteln. Wir rechnen inzwischen damit, dass alle Kinder vom 2. Geburtstag bis zur Einschulung in die Kitas kommen. Und dazu auch noch eine gewisse Anzahl Einjähriger. Wie viele Kinder dann aber zum Kita-Besuch angemeldet werden, kann von Jahr zu Jahr oder auch von Gemeinde zu Gemeinde immer wieder variieren. Ob und wann ein Kind – gerade unter drei Jahren – die Kita besuchen soll, hängt auch wesentlich von den Lebensplanungen in den Familien, dem Wiedereinstieg in den Beruf und vielen anderen – nicht berechenbaren – Faktoren ab. Da es aber – anders als in der Schule – zwar einen Anspruch auf einen Kindergartenplatz oder frühkindliche Förderung gibt, aber keine verbindliche „Kindergartenpflicht“, lassen sich diese Zahlen nie exakt beziffern. Hier sind wir auch ein gutes Stück darauf angewiesen, wie die Verantwortlichen vor Ort die Bevölkerungsentwicklung ihrer Gemeinden bewerten,“ so Hallerbach.

„Wir haben sofort auf diese Situation reagiert und nach dem uns die zuständigen Gremien dankenswerter Weise Grünes Licht gegeben haben, den Planungsauftrag für den Bau einer zusätzlichen Kindertagesstätte erteilt“, so Bürgermeister Mahlert, und weiter „es zeigt das die Investition in unseren nachfolgenden Ganztagsschulbereich und auch die Erschließung einiger neuer Baugebiete in den letzten Jahren sich nun als gute zukunftssichernde Maßnahme erweisen“. Er ist sich mit Hallerbach auch darin einig, dass durch die Zuzüge die Steuerkraft der Gemeinden nachhaltig verbessert wird.

Einig waren sich alle Gesprächsteilnehmer darüber, dass eine Erweiterung – insbesondere der beiden 6-Gruppen-Kitas (Kath. Kita Bad Hönningen und Kommunale Kita Casa Vivida) keine Lösung darstellen kann. Beide Kitas verfügen bereits über ein Angebot von 125 bzw. 135 Plätzen und ein weiterer Ausbau in der beschriebenen Größenordnung ist u.a. auch unter dem Aspekt einer gelingenden Erziehungs- und Bildungsarbeit in einer „überschaubaren“ Einrichtung nicht anstrebenswert. Dabei wird es nicht nur um die „zahlenmäßige“ Aufstockung der Plätze gehen; auch der Bereich der Ganztagsbetreuung wird in den kommenden Jahren voraussichtlich verstärkt nachgefragt und muss deshalb ausgedehnt werden.
Neben dem der  kath. Kindertagesstätte  Bad Hönningen sieht Pfarrer Christian Scheinost auch für den Bereich der kath. Kindertagesstätte Rheinbrohl keine Möglichkeit der Erweiterung.

Auch unter dem Kostenaspekt wurde die Frage nach einem neuen Kindergartenstandort diskutiert. Aus seinen Erfahrungen heraus berichtete der 1. Kreisbeigeordnete Hallerbach: „Oft ist die Erweiterung bestehender Kita-Standorte zwar die am schnellsten oder einfachsten zu realisierende Lösung, leider aber oft auch ein vergleichsweise „teurer“ Ausbau.“

Darüber, wie in der Verbandsgemeinde Bad Hönningen zusätzliche Kita-Gruppen und Plätze geschaffen werden können, haben die vor Ort Verantwortlichen beraten und sich für einen Neubau in Rheinbrohl entschieden.  


In der Verbandsgemeinde Bad Hönningen gibt es aktuell 400 Kindergartenplätze – 65 davon in der Katholischen Kita Leutesdorf, die übrigen 335 wie oben beschrieben in der Kommunalen Kita Casa Vivida (135), der Katholischen Kita Bad Hönningen (125) und der Katholischen Kita Rheinbrohl (75).

Insgesamt 76 Plätze hiervon (13 in Leutesdorf und 63 in Bad Hönningen und Rheinbrohl) stehen für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren zur Verfügung.

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