„Wenn die Gesellschaft den Wolf will, muss sie auch den Schutz für die Weidetiere finanzieren!“ Landrat unterstützt Kreisbauern und Weidetierhalter

Die aktuelle Wolfsattacke auf eine Damwildhaltung in Leutesdorf haben die Kreisbauernverbände Neuwied, Altenkirchen und Westerwald zum Anlass genommen, um zu einer Pressekonferenz auf den Hof Meerheck in Heimbach-Weis einzuladen und ihre Sorge über die Zukunft der Weidetierhaltung vorzutragen.

Werner Neumann, Gastgeber und Vorsitzender des Landesverbandes der Schaf- und Ziegenhalter in Rheinland-Pfalz konnte neben den Vorsitzenden der Kreisbauernverbände und Vertretern der Veterinär- und Landwirtschaftsbehörde der Kreisverwaltung Neuwied auch den Landrat des Kreises Neuwied, Achim Hallerbach begrüßen. 

Foto: Die aktuelle Wolfsattacke auf eine Damwildhaltung in Leutesdorf haben die Kreisbauernverbände Neuwied, Altenkirchen und Westerwald zum Anlass genommen, um zu einer Pressekonferenz auf den Hof Meerheck in Heimbach-Weis einzuladen und ihre Sorge über die Zukunft der Weidetierhaltung vorzutragen. Mit eindringlichen Worten schilderte Werner Neumann, Gastgeber und Vorsitzender des Landesverbandes der Schaf- und Ziegenhalter in Rheinland-Pfalz, die Gefahren für die Weidetierhaltung, die sich aus der Rückkehr des Wolfes nach Deutschland ergeben. Auf dem Foto von links nach rechts: Georg Groß (Kreisvorsitzender Bauern- u. Winzerverband Altenkirchen), Ulrich Schreiber (Kreisvorsitzender Bauern- u. Winzerverband Neuwied; Werner Neumann (Vorsitzender Landesverband der Schafhalter/Ziegenhalter und Züchter e.V.) und Landrat Achim Hallerbach.Mit eindringlichen Worten schilderte Werner Neumann die Gefahren für die Weidetierhaltung, die sich aus der Rückkehr des Wolfes nach Deutschland ergeben. Zwar gebe es Entschädigungen für gerissene Tiere,  und nach Ausweisung eines Präventionsgebietes auch Zuschüsse zur Errichtung von Wolfsschutzzäunen, doch längst habe sich gezeigt, dass die vorgegebenen Schutzzäune in ihren Dimensionen nicht mehr ausreichten, um Schafe, Rinder und Pferde vor dem Wolf zu schützen. Zudem wird eine attackierte Herde jeden noch so stabilen Zaun überrennen. „Wer haftet für die Schäden, wenn die Tiere in Panik auf eine Autobahn laufen? …im Zweifelsfalle der geschädigte Autofahrer selbst!“, gibt er zu bedenken. „Damit ergibt sich nicht nur eine Gefahr für die Weidetierhaltung sondern auch für die Allgemeinheit“, so Neumann.

„In Deutschland leben mittlerweile mehr Wölfe als im dünn besiedelten Schweden“, erklärte Rainer Wulff, Geschäftsführer des Landesverbandes der Schaf- und Ziegenhalter. Er schilderte die Situation der Schafhalter in Niedersachsen in Gebieten mit größeren Wolfspopulationen. Gerissene Tiere oder ausgebrochene Schafherden führen bei immer mehr Betrieben zur Aufgabe der Schafhaltung.

„Zudem ist es unmöglich die Weiden von Rindern durch Zäune wolfssicher zu bauen!“ erklärte Ulrich Schreiber, Kreisvorsitzender des Bauern- und Winzerverbandes Neuwied. Mit seinen Kollegen Heribert Metternich aus dem Westerwaldkreis und Georg Groß aus Altenkirchen ist er sich einig: „Der Wolf muss ins Jagdrecht übernommen werden! Nur so können Weidetierhalter auch künftig ihre Tiere ohne Angst auf den Weiden halten!“

„Die Rückkehr des Wolfes wird unsere Landschaft an Rhein, Wied und Westerwald gravierend verändern, wenn wir keine ausreichenden Schutzmaßnahmen treffen“, erklärte Achim Hallerbach. In einem Schreiben an die Umweltministerin Ulrike Höffken hatte er bereits die Einrichtung eines Präventionsgebietes gefordert, um damit die Entschädigungsgrundlage für notwendige Schutzzäune zu schaffen. „Es ist sicherlich positiv wenn unsere gemeinsamen Bemühung um die Renaturierung unserer Landschaften zahleiche Früchte tragen. Aber wenn die Gesellschaft den Wolf will, muss auch der Schutz für die Weidetiere – die ebenfalls einen festen Bestandteil unserer Naturräume darstellen - finanziert werden. Der Tierhalter allein kann das nicht stemmen. Nur so können wir auch den Erhalt unserer Kulturlandschaft durch Beweidung sicherstellen“, lautet seine Forderung an die Landesregierung.

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