Keine Verbindung zwischen Preisentwicklung und Erhaltung der Trinkwasserqualität zu sehen

In Presseveröffentlichungen wurden gestiegene Trinkwasserpreise in Zusammenhang mit vermehrter Düngung durch die Landwirtwirtschaft und erforderlicher Gegensteuerung durch die Wasserversorger in Zusammenhang gebracht. „Ob diese Entwicklung andernorts so zutreffend ist, mag dahingestellt sein. Für das Kreiswasserwerk Neuwied und sein Versorgungsgebiet ist eine solche Verbindung zwischen Preisentwicklung, hohen Nitratwerten und Maßnahmen zur Erhaltung der Trinkwasserqualität nicht zu sehen“, teilt Landrat Achim Hallerbach als Vorsitzender des Werksausschusses für das Kreiswasserwerks mit.

Foto: Seit Jahrzehnten bewährte Kooperationspartner: Stadtwerke Neuwied und das Kreiswasserwerk. Das Foto zeigt (v.r.n.l.): Werner Meurer (Kreiswasserwerk Neuwied), Stefan Herschbach (Direktor der SWN), Thomas Endres (SWN), Landrat Achim Hallerbach, Oberbürgermeister Jan Einig, Felix Jung (SWN).„Das Kreiswasserwerk fördert sein Trinkwasser aus den Brunnen des Engerser Feldes, deren Wasser keinerlei Aufbereitung bedarf, d.h. keine Filtration, keine Membran-Verfahren, keine UV-Bestrahlung oder gar chemische Aufbereitung. Die letzten Trinkwasseranalysen aus dem Frühjahr 2018 zeigen Nitratwerte zwischen 25 und 32 mg/L, bei einem fast doppelt so hoch zulässigen Grenzwert“, stellt Hallerbach fest. 

Seitdem in 1991 eine „Trinkwasserverordnung Engerser Feld“ erlassen wurde, erfolgt die landwirtschaftliche Nutzung des Engerser Feldes deutlich eingeschränkt. Mit jedem einzelnen Landwirt wurde ein Bewirtschaftungsvertrag für seine Parzellen geschlossen. Die Landwirte sind in der Fruchtauswahl, der Fruchtfolge und der Zugabe von Düngemitteln an ganz klare Regeln gebunden. Das Ausbringen chemischer Pflanzenschutzmittel ist im Engerser Feld gänzlich tabu. Für diese Einschränkungen in der Bewirtschaftung und zwangsläufige Ertragsminderung wird den Landwirten eine jährliche Entschädigung gezahlt. Die Überwachung liegt in den Händen eines europaweit anerkannten Agrar- und Umweltlabors. 

Dass die Trinkwassergebühren des Kreiswasserwerkes in der Zeit von 2005 – 2018 dennoch deutlich angestiegen sind, ist in strukturellen Veränderungen begründet. Durch den Wegfall eines Teils des Versorgungsgebietes in 2008, musste das Kreiswasserwerk rund 600.000 Euro an jährlichen Umsatzeinbußen hinnehmen. Gleichzeitig musste sich das Kreiswasserwerk, welches durch seine enormen Pumpleistungen als Energiegroßverbraucher zu sehen ist, den deutlichen Preissteigerungen im Stromsektor unterwerfen. So stiegen die Energiekosten von 2005 – 2013 um nahezu 250.000 Euro. Mittlerweile konnte hier durch die Optimierung der Pumptechnik ein Rückgang des Verbrauchs erreicht werden. 

„Damit die Gebührenkalkulation des Kreiswasserwerkes auch in der Zukunft nicht durch Veränderungen in der Trinkwasserqualität beeinflusst wird, gilt die Unberührtheit des Engerser Feldes als oberste Maxime des Kreiswasserwerkes Neuwied. Ich danke hier besonders den Stadtwerken Neuwied für die seit Jahrzehnten bewährte gute Kooperation mit dem Kreiswasserwerk“, hält Landrat Hallerbach fest.

Und noch einen wichtigen Aspekt der Wasserversorgung durch die Kommunen führt Hallerbach an: „Die Wasserversorgung der Bevölkerung darf auf keinen Fall privatisiert werden. Wir können das selbst. Schließlich hat der Kreis Neuwied Erfahrung auf dem Gebiet der kommunalen Grundversorgung – wir haben gerade mit Erfolg die Abfallwirtschaft kommunalisiert. Und es hat sich bewährt. Genauso muss es beim Wasser bleiben. Hier dürfen privatwirtschaftlich gesteuerte Profiteure erst gar keine Finger ins Spiel bekommen. Wasser ist Lebensmittel Nr. 1 und darf nicht zum Spielball von Aktionären werden, dagegen werden wir uns auch weiterhin widersetzen.“


Das als Eigenbetrieb des Landkreises Neuwied geführte Kreiswasserwerk Neuwied fördert jährlich rund 3,8 Millionen Kubikmeter Trinkwasser im Trinkwasserschutzgebiet Engerser Feld und versorgt damit insgesamt ca. 70.000 Bürger in 6 Verbandsgemeinden des Kreisgebietes. Das Kreiswasserwerk unterhält 4 Tiefbrunnen, 13 Hochbehälter mit einem Fassungsvermögen von 13.770 m3, ein Leitungsnetz von rd. 580 km, davon 157 km Fernleitungen und 425 km Ortsleitungen, sowie rd. 15.000 Hausanschlüsse.
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