Einen bedeutsamen Impuls für den Austausch über die
generationsübergreifenden Folgen von Kriegs- und Nachkriegserlebnissen setzte
der jüngste Trialog in der ASD-Tagespflege „Im Rosengarten“ in Linz, in
dessen Verlauf die Erfahrungen der Kriegskinder und Kriegsenkel sowie deren
Einfluss auf das Leben im Alter zur Sprache kamen. Die Trialog-Reihe wird im
Rahmen der Arbeit der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft (PSAG) mit finanzieller
und organisatorischer Unterstützung der Kreisverwaltung Neuwied durchgeführt.
„Wenn heutzutage vermehrt von sogenannter `Kriegstüchtigkeit´ die Rede ist, sollte man sich zugleich immer die schlimmen und langanhaltenden Folgen kriegerischer Auseinandersetzungen vor Augen führen, die zum größten Teil die Unschuldigen treffen“, hatte Landrat Achim Hallerbach im Vorfeld mahnend betont.
Dementsprechend standen die generationsübergreifenden Folgen von Kriegs- und Nachkriegserlebnissen, darunter der Einfluss nicht erzählter Geschichten, die möglichen Auswirkungen solcher Geschehnisse auf die eigene Genaktivität sowie Belastungen, die aus überfordernden Erzählungen entstehen können, im Mittelpunkt des Trialogs.
Zudem wurde thematisiert, dass diese persönlichen und familiären Erfahrungen früher nur selten Raum fanden, während heute zunehmend Bedingungen geschaffen werden, die eine heilsame Auseinandersetzung ermöglichen. Ergänzend flossen Erkenntnisse aus der Arbeit mit älteren Menschen und demenziellen Veränderungen ein.
„In einer offenen, warmen und persönlichen Atmosphäre entwickelten sich Gespräche, die mühelos noch weit über den offiziellen Rahmen hinaus hätten fortgeführt werden können. Teilnehmerinnen und Teilnehmer brachten vielfältige Perspektiven ein und bereicherten den Abend durch offene Gespräche und persönliche Einblicke.
Sowohl neue Mitwirkende als auch bekannte `Stammgäste“ trugen zu einem lebendigen Austausch bei“, bilanzierte die Psychiatriekoordinatorin des Landkreises Neuwied, Verena Bruchof.
Im Verlauf des Abends entwickelten sich zudem verschiedene Anregungen für weitere Austauschformate. Wer interessiert war, konnte sich in eine Liste eintragen, um über zukünftige Überlegungen informiert zu bleiben.
