Kreiswasserwerk Neuwied

Das  als Eigenbetrieb des Landkreises Neuwied geführte Kreiswasserwerk Neuwied förderte im Jahr 2015 rund 3,7 Millionen Kubikmeter Trinkwasser im Trinkwasserschutzgebiet Engerser Feld und versorgte damit insgesamt ca. 70.000 Bürger des Kreisgebietes. (Basis der Zahlenwerte: Geprüfter Jahresabschlusses 2015)

Das Kreiswasserwerk unterhält 4 Tiefbrunnen, 13 Hochbehälter mit einem Fassungsvermögen von 13.770 m³, ein Leitungsnetz von rd. 586 km, davon 156 km Fernleitungen und 430 km Ortsleitungen, sowie 15.390 Hausanschlüsse.

Zum 31.12.2015 betrug die Bilanzsumme des Kreiswasserwerkes  rd. 43,49 Mio. €, das Jahresergebnis  2015 war mit rd. -108.000 € leicht negativ. Der Bilanzaufbau sowie der wirtschaftliche Eigenkapitalanteil von 41,3 % (Vorjahr: 40,3 %) des Gesamtvermögens kann als zufriedenstellend bezeichnet werden. Die langfristigen Darlehensverbindlichkeiten nahmen in 2015 um rd. 1,0 Mio. €  ab und betrugen zum Jahresende 2015 rd. 23,15 Mio. €, davon rd. 6,9 Mio. € Förderdarlehen des Landes, für die keinerlei Zinsaufwendungen anfallen. Im investiven Bereich wurden in 2015 insgesamt Ausgaben in Höhe von rd. 2,1 Mio. € getätigt. Das Kreiswasserwerk hat in 2016 im Trinkwasserschutzgebiet Engerser Feld rd. 35.000 m² an Grundstücken erworben. Die Parzellen liegen in der Wasserschutzzone IIIa in der Nähe der Gewinnungsanlage des  Kreiswasserwerkes Neuwied sowie in unmittelbarer Angrenzung an das offene Trinkwasserreservoir des Kann-See. Der Ankauf der Grundstücke, verbunden mit dem Rückbau alter Betriebs- und Lagerstätten, dient dem Schutz des Trinkwassers. Insbesondere soll der Besucherstrom, der mit Kraftfahrzeugen diesen Teil des Engerser Feldes aufsucht, reduziert werden, um Gefahren der Einleitung jeglicher trinkwassergefährdender Stoffe in das Trinkwasser zu mindern. Darüber hinaus soll eine zukünftige landwirtschaftliche Nutzung ausgeschlossen werden.

Hinsichtlich einer möglichen Trinkwassernotversorgung laufen derzeit Verhandlungen mit dem Zweckverband "Wasserversorgung Kreis Altenkirchen“ über eine Einspeisung von Trinkwasser aus dem Bereich des Aggerverbandes in den Hochbehälter Willroth.


Foto: Das KWW ist zertifiziert. Darüber freuen sich SWN-Chef Stefan Herschbach, Landrat Rainer Kaul, Werner Meurer vom Kreis und SWN-Energiemanager David Meurer.Im Rahmen des Aufbaues eines Energiemanagementsystems zur Senkung des Energieverbrauchs und Steigerung der Energieeffizienz erfolgte in 2015 die abschließende Zertifizierung nach ISO EN 50001.

Über die Teilnahme am Landesprojekt Benchmarking der Wasserwirtschaft Rheinland-Pfalz wurde in 2015 seitens des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten der öffentliche Abschlussbericht vorgelegt und publiziert.

2016 wurde das Kreiswasserwerk Neuwied zertifiziert.



Das Kreiswasserwerk Neuwied hat mit den Stadtwerken Neuwied einen Betriebsführungsvertrag geschlossen. Die gesamten kaufmännischen und technischen Betriebsabläufe werden von den Stadtwerken Neuwied wahrgenommen.

Der Werksausschuss des Kreiswasserwerkes ist für den Kreistag das Führungs- und Kontrollorgan des Eigenbetriebs sowie seiner Betriebsführungsgesellschaft.

In verschiedenen Satzungen sind die rechtlichen Grundlagen für das Handeln des Kreiswasserwerkes verankert.  Regelungen finden sich in der Betriebssatzung, in der Satzung über den Anschluss an das Kreiswasserwerk sowie in der Satzung über die Erhebung von Entgelten des Kreiswasserwerkes.

Die aktuellen Gebührensätze finden sich in der jährlichen Haushaltssatzung des Haushaltsplanes.

Ebenfalls sind die aktuellen Wirtschaftspläne bzw. Nachtragswirtschaftspläne  des Kreiswasserwerkes Bestandteil des Haushaltsplanes.


Weitere Informationen, Ansprechpartner, Störungsdienst etc. erhalten Sie hier:
Kreiswasserwerk Neuwied


Kreiswasserwerk erhält 3,2 Mio. € an Fördergeldern

Das Kreiswasserwerk Neuwied fördert sein Trinkwasser im Engerser Feld und schickt jährlich rd. 3,8 Mio. m³ über das Pumpwerk Neuwied-Block auf die Reise bis auf die höchsten Erhebungen der Verbandsgemeinden Asbach, Linz  und Dierdorf. Bei einer Gesamtlänge von ungefähr 580 Kilometern an Rohrleitungen bedarf es ständiger Aktivität im Unterhaltungs- und Investitionsbereich.

Foto: Das Kreiswasserwerk Neuwied fördert sein Trinkwasser im Engerser Feld und schickt jährlich rd. 3,8 Mio. m³ über das Pumpwerk Neuwied-Block auf die Reise bis auf die höchsten Erhebungen der Verbandsgemeinden Asbach, Linz  und Dierdorf. Bei einer Gesamtlänge von ungefähr 580 Kilometern an Rohrleitungen bedarf es ständiger Aktivität im Unterhaltungs- und Investitionsbereich.  Vor jeder Investitionsmaßnahme stehen umfangreiche Planungen und die Beantragung von Fördermitteln des Landes Rheinland-Pfalz an. Der Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord des Landes Rheinland-Pfalz, Dr. Ulrich Kleemann (4.v.l.), überreichte Landrat Rainer Kaul (3.v.r.) nun im Auftrag von Umweltministerin Ulrike Höfken einen Bescheid über die Förderung von Baumaßnahmen in Höhe von insgesamt 3,2 Mio. € .Vor jeder Investitionsmaßnahme stehen umfangreiche Planungen und die Beantragung von Fördermitteln des Landes Rheinland-Pfalz an. Der Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord des Landes Rheinland-Pfalz, Dr. Ulrich Kleemann, überreichte Landrat Rainer Kaul nun im Auftrag von Umweltministerin Ulrike Höfken einen Bescheid über die Förderung von Baumaßnahmen in Höhe von insgesamt 3,2 Mio. € . Die Förderung beinhaltet einen Zuschuss in Höhe von 1,2 Mio. €  sowie ein zinsloses Förderdarlehen über 2,0 Mio. € für die Jahre 2018 – 2020. Die geförderten Baumaßnahmen erstrecken sich insbesondere auf die Erneuerung der Förderleitungen zwischen den Tiefbrunnen im Engerser Feld, den Aufbau einer Notversorgung zwischen dem Kreiswasserwerk  und den Stadtwerken Neuwied GmbH (SWN) im Bereich des Hochbehälters Torney sowie die Erneuerung der Wassertransportleitung zwischen der Tallage Oberbieber und dem Pumpwerk Melsbach.

Doch auch der nördliche Teil des Kreisgebietes fällt mit Maßnahmen in Linz und Dattenberg sowie zwischen dem Hochbehälter Hombach und Breitscheid in die Förderung.

„Investitionen in solcher Höhe sind kein Spaziergang“, so Landrat Rainer Kaul. „Durch die Förderung des Landes werden Neubau und Austausch von Wassertransportleitungen deutlich erleichtert“, äußerte  Landrat Kaul weiter. „Alleine der Zuschuss von 1,2 Mio. € beschert der Ergebnisrechnung des Gebührenhaushaltes über 30 Jahre einen jährlichen Ertrag in Höhe von rd. 40.000 €.“ 

„Ohne zinsfreie Förderdarlehen des Landes hätte das Kreiswasserwerk  in den vergangenen Jahren hohe Kredite aufnehmen müssen, deren Zinsen den Aufwandsbereich des Werkes und somit den Gebührenzahler auf viele Jahre hin belastetet hätten“, ergänzt Werner Meurer vom Kreiswasserwerk Neuwied.

SGD Nord Präsident Dr. Kleemann betonte: „Seit 2011 setzt der Landkreis Neuwied mit großer finanzieller Förderung des Landes ein sehr umfangreiches Sanierungsprogramm um. Die sehr sinnvollen Investitionen schaffen Versorgungssicherheit für die Bevölkerung des Landkreises und die Anlagen werden weiter verbessert und optimiert.“

Weiter Landrat Kaul: „Auch in der Zukunft sollten wir von diesem Investitionsverhalten nicht abweichen – stetige Erneuerungen an alten Leitungen, Hochbehältern und Pumpwerken  werden die nachfolgende Generation vor bösen Überraschungen bewahren.“ Thomas Endres von den Stadtwerken Neuwied: „Die Stadtwerke Neuwied als Betriebsführungsgesellschaft des Kreiswasserwerkes arbeiten intensiv an der Fortschreibung der  Ausbaupläne. Wie in der Vergangenheit werden wir auch in den kommenden Jahren - bei grünem Licht durch Werksausschuss und Kreistag sowie der Unterstützung des Landes - Gesamtinvestitionen von rund 3 Mio. € jährlich auf den Weg bringen.“ 


Das als Eigenbetrieb des Landkreises Neuwied geführte Kreiswasserwerk Neuwied fördert jährlich rund 3,8 Millionen Kubikmeter Trinkwasser im Trinkwasserschutzgebiet Engerser Feld und versorgt damit insgesamt ca. 70.000 Bürger in 6 Verbandsgemeinden des Kreisgebietes. Das Kreiswasserwerk unterhält 4 Tiefbrunnen, 13 Hochbehälter mit einem Fassungsvermögen von 13.770 m³, ein Leitungsnetz von rd. 580 km, davon 157 km Fernleitungen und 425 km Ortsleitungen, sowie 15.187 Hausanschlüsse. 



Zur Entstehung und Entwicklung des Kreiswasserwerkes

Zu Beginn der  60er Jahre ergriffen ehemalige Kreistagsmitglieder, hier seien stellvertretend die Namen  Edmund Buchholz und Theo Lück, sowie der damalige Landrat Josef Oster genannt, die Initiative nach einer Lösung zu suchen, die Wasserversorgungen der Linzer Höhe und des Asbacher Landes durch eine überörtliche Versorgung abzulösen. Ein Schritt, der den Grundstein für die darauffolgende Ansiedlung vieler Industrie- und Gewerbebetriebe auf der Linzer- und Asbacher Höhe sowie entlang Autobahn A3 bedeuten sollte.

Durch Bevölkerungszuwachs und Industrieansiedlung nach 1945 kam es zu einem sehr starken Anstieg des Trinkwasserverbrauchs. Die vorhandenen gefassten Quellen konnten den Bedarf nicht mehr decken, auch vorgenommene Tiefbohrungen brachten keine dauerhafte Entlastung.

Der sehr trockene Sommer 1959 brachte letztendlich die Bestätigung. Auf den Höhen des vorderen Westerwaldes wurde in vielen Gemeinde der Wassernotstand verkündet und die Bevölkerung zum eingeschränkten Wasserverbrauch aufgerufen. Hauptsächlich waren die beiden Gruppenwasserwerke „Linzer Höhe“ und „Spielhügel“ im Asbacher Land betroffen.

So wurde 1962 mit den ersten Vorbereitungen für eine überörtliche Wasserversorgung begonnen. Es wurden erste Gutachten in Auftrag gegeben, parallel zu den technischen Untersuchungen wurde Gespräche mit den Verbands- und Ortsgemeinden geführt.

Es kam wieder der Bau einer Talsperre im Mehrbachtal  ins Gespräch, diese Lösung wurde  bereits 1934 diskutiert,  weiterhin eine mögliche Talsperre im Fockenbachtal doch schließlich erschien die Versorgung aus dem Engerser Feld die technisch, hygienisch und wirtschaftlich günstigste Lösung.

Die Kreistagsdebatte vom 14. Juli 1966 brachte eine grundsätzliche Zustimmung zur Errichtung einer Großraumwasserversorgung, der Kreisausschuss wurde mit der Ausführung sämtlicher erforderlicher Maßnahmen beauftragt. In Zusammenarbeit mit dem zuständigen Ministerium erfolgten die Festlegung von Grundwasserschutzzonen und Erteilung der wasserrechtlichen Genehmigungen, daneben arbeitete die Verwaltung Satzungen und Verträge aus und nahm Grunderwerb vor.

In der Kreistagssitzung vom 28.04.1971 wurden schließlich das Kreiswasserwerk Neuwied gegründet. In dieser Sitzung wurden die Betriebssatzung, die Anschlusssatzung, der Betriebsführungsvertrag mit den Stadtwerken Neuwied, die Bildung eines Werksausschusses sowie der 1. Wirtschaftsplan für das Kreiswasserwerk Neuwied beschlossen.

Die Wasserversorgung in den Verbandsgemeinden Asbach und Linz wurde komplett durch das Kreiswasserwerk übernommen, Teile der Verbandsgemeinden Waldbreitbach, Rengsdorf und Flammersfeld kamen hinzu. Die Sandoz-Katastrophe 1986 veranlasste die Verbandsgemeinde Bad Hönningen ab 1992 die eigene Wasserförderung aufzugeben und über einen  Wasserlieferungsvertrag das gesamte Trinkwasser über das Kreiswasserwerk zu beziehen. In 1996 folgte die Verbandsgemeinde Dierdorf und bezieht seitdem ca. 60%  ihres Trinkwassers über das Kreiswasserwerk.

Auch wurden im Laufe der Jahre verschiedene Wasserleitungsvereine und Wasserbeschaffungsverbände in das Kreiswasserwerk eingegliedert, sei es in eigener Personalnot begründet oder in der der Quantität und Qualität des eigenen Trinkwassers. Dies alles geschah ausschließlich auf freiwilliger Basis, vor dem Hintergrund eines Kreistagsbeschlusses, wonach die Existenzen anderer Versorger grundsätzlich geschützt sind.

Ein wesentlicher Eckpunkt in der weiteren Entwicklung des Werkes war der Erlass einer Rechtsverordnung für das Trinkwasserschutzgebiet Engerser Feld in 1991. Hierin wurden tiefgreifende Regelungen zum Schutz unseres Trinkwasserreservoirs getroffen, welche dem Kreiswasserwerk noch heute erlauben, den Bürger mit einem Trinkwasser ohne jegliche Aufbereitung zu versorgen.

Eine weitere Säule des Betriebes bildet die frühe Erkenntnis einer permanenten Investitionsbereitschaft. So wurden alleine in den letzten 25 Jahren rd. 77 Mio. €  an Investitionsleistungen erbracht, ein über dem Landesdurchschnitt liegender Wert, der erheblich zur Versorgungssicherheit des Landkreises beiträgt.

Die ins Auge gefasste und bereits 2007 vertraglich bereits fixierte Trinkwassernotversorgung über einen Anschluss an den Wahnbachtalsperrenverband scheiterte in 2012. In dieser Richtung werden neue Gespräche mit der Wasserversorgung des Landkreises Altenkirchen geführt, mit dem Ziel, über eine Zuleitung aus Talsperren des Aggerverbandes eine zweite Einspeisemöglichkeit neben der Förderung aus dem Engerser Feld zu erreichen.