Feinstaub

Als Feinstaub bezeichnet man winzige, mit bloßem Auge nicht sichtbare Partikel im Staub. Sie stammen überwiegend aus Aktivitäten der Menschen und gehören zu den am schwierigsten zu beseitigenden Luftschadstoffen. Technisch gesehen sind Feinstäube Teilchen mit einem aerodynamischen Durchmesser von 10 Mikrometern (10 µm) und kleiner.

Seit dem 1. Januar 2005 gelten für Feinstaub die Grenzwerte der im Jahr 1999 verabschiedeten EU-Richtlinie 1999/30/EG, die der medizinischen Gefährlichkeit der Feinstäube Rechnung tragen. Der Grenzwert liegt bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft und darf pro Jahr an maximal 35 Tagen überschritten werden.

Gebiete, die in den Vorjahren die Grenzwerte nicht einhalten konnten, wurden verpflichtet Luftreinhaltepläne aufzustellen, mit deren Hilfe eine wirksame Bekämpfung der Luftschadstoffe erreicht werden kann.

Die Definition des Feinstaubs geht zurück auf den im Jahre 1987 eingeführten National Air Quality Standard for Particulate Matter (kurz als PM-Standard bezeichnet) der US-amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA (Environmental Protection Agency).

Feinstaub PM10 erreicht teilweise die Lunge, da die Filterwirkung des Nasen-Rachenraumes für feine Partikel mit weniger als 10 Mikrometer Durchmesser (PM10) nicht ausreicht. Je kleiner die Partikel sind, desto tiefer können sie in die Lunge vordringen. So gelangen ultrafeine Teilchen (Durchmesser unter 0,1 µm) bis in die Lungenbläschen (Alveolen) und werden von dort nur sehr langsam oder gar nicht wieder entfernt. Abgelagerte Partikel erhöhen die Anfälligkeit für Infektionen und begünstigen Entzündungen der Atemwege. Die Häufigkeit von Atemwegs- und Herz-, Kreislauferkrankungen ist eng mit der PM10-Belastung verknüpft. Ein besonderes Problem stellen die feinteiligen Partikel der Dieselabgase dar. Da sie Träger krebserregender Stoffe sind, vergrößern sie das Lungenkrebsrisiko.

Was in der Alltagssprache einfach mit Staub bezeichnet wird, ist in Wirklichkeit ein physikalisch-chemisch sehr komplexes Gemisch. Die Vielfalt dieses Gemisches ist, sowohl hinsichtlich seiner Struktur als auch die Inhaltsstoffe betreffend, sehr groß. Es besteht aus primären, direkt emittierten, sowie aus sekundär gebildeten Komponenten, die ihrerseits aus natürlichen und anthropogenen Quellen stammen. Welche Quelle an welchem Ort dominiert, hängt von den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten ab.

Durch ihre unterschiedlichen Eigenschaften kommen die vielfältigen Arten von "Staub" zustande, unter denen Feinstäube eine wichtige Rolle einnehmen. Die anthropogenen Bestandteile entstehen hauptsächlich bei Verbrennungsprozessen, aber auch bei mechanischen Prozessen wie z. B. dem Abrieb von Reifen.

Hauptverursacher des anthropogenen Anteils am Feinstaub in Deutschland sind (in Klammern: prozentualer Anteil in Deutschland laut Bundesumweltministerium, Stand 2001):

  • die Industrie: 60 kt/a (35,1%)
  • Privathaushalte und Kleinverbraucher: 33 kt/a (19,3%)
  • Straßenverkehr (ohne Abrieb): Dieselmotoren: 29 kt/a (17,0%)
  • Elektrizitäts- und Fernheizwerke: 19 kt/a (11,1%)
  • übriger Verkehr: 16 kt/a (9,4%)
  • Schüttgutumschlag: 8 kt/a (4,7%)
  • Industriefeuerungen: 6 kt/a (3,5%)

Beim o.g. Anteil des Straßenverkehrs sind jedoch Abrieb von Reifen, Bremsbelägen und Straßenasphalt nicht berücksichtigt. Der Reifenabrieb verursacht grob geschätzt rund 60 kt/a (davon PM10-Anteil etwa 10%, also rund 6 kt/a) und Bremsabrieb 5,5 - 8,5 kt/a (überwiegend PM10) (Umweltbundesamt 2004). Über Emissionen von der Straßenoberfläche sind keine Schätzungen bekannt. Insbesondere in den Städten beträgt der Anteil des Verkehrs an den Feinstaubemissionen deutlich über 50 Prozent.

Auch die Landwirtschaft trägt zur Feinstaubemission bei. Ihr durchschnittlicher Anteil an der europäischen P10- Emission beträgt etwa 9%, wobei etwa die Hälfte auf Tierhaltung zurückzuführen ist.

Quellen von Feinstaubemissionen durch Privathaushalte sind z. B. Holzheizungen und Kamine; hier ist trotz moderner Techniken wie Pelletsheizungen sogar eine Zunahme zu verzeichnen. Besonders in geschlossenen Räumen trägt auch der Rauch von Tabakwaren zur Feinstaubbelastung bei.

Zu den natürlichen Staubquellen (auch von Feinstaub) zählen:

  • Saharastaub
  • Partikelneubildung aus Vorläufern in der Atmosphäre
  • Kleinstlebewesen und Teile von ihnen, Pollen
  • die Erosion von Gesteinen (hauptsächlich durch Wasser,  Wind und Temperaturunterschiede)
  • Waldbrände
  • Vulkanausbrüche
  • Seesalz durch Gischt

In Neuwied befinden sich 2 Meßstationen (Hafenstraße und Heddesdorfer Straße) in denen kontinuierliche Luftmessungen durchgeführt werden. Hierbei werden neben Feinstaub (PM10, PM2,5) noch weitere Parameter wie Stickstoffdioxyd, -monoxyd oder Benzol ermittelt.

Über die tagesaktuellen Meßergebnisse der einzelnen Stationen können Sie sich auf der Homepage des Umweltbundesamtes informieren.

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