Gemeindenahe Psychiatrie und PSYchKG Rheinland-Pfalz

/ Gesundheitswesen / Sozialpsychiatrischer Dienst / Psychiatriekoordination / Psychiatrische Versorgung

Leistungsbeschreibung

Statistisch betrachtet erkrankt jeder dritte Mensch im Laufe des Lebens mindestens einmal an einer psychischen Störung. Psychische Störungen sind damit weit verbreitet. Aber viele psychische Erkrankungen sind heutzutage auch gut behandelbar.

Das psychiatrisch-psychotherapeutische Hilfesystem in Rheinland-Pfalz ist auf diese Erkenntnis eingestellt und hält eine Reihe von individuellen Hilfsangeboten für Menschen mit psychischen Erkrankungen und ihre Angehörigen bereit.

Dabei sind die Hilfeangebote wohnortnah organisiert, das heißt psychisch kranke Menschen sollen in ihrer Region individuell zugeschnittene Hilfen finden.

Die Behandlung psychischer Erkrankungen wird stationär (im Krankenhaus), teilstationär (in einer Tagesklinik) oder ambulant (z.B. bei niedergelassenen Fachärztinnen und Fachärzten, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten) umgesetzt. Die Behandlungsangebote sind zusätzlich in „Erwachsenenpsychiatrie“ bzw. „Allgemeinpsychiatrie“ und „Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie (KJPP)“ unterteilt.

Für chronisch psychisch kranke Menschen gibt es neben der Behandlung der psychischen Erkrankung selbst noch ergänzende Unterstützungsangebote in Lebensbereichen wie „Wohnen“ und „Arbeiten“ oder bei der Tagesstrukturierung.

Weiterhin engagiert sich in Rheinland-Pfalz eine Vielzahl von Initiativen und Vereinen für das Thema psychische Erkrankungen.

Angehörige, die oft vor großen Herausforderungen aufgrund der Erkrankung des Familienmitglieds stehen, haben beim Landesverband der Angehörigen psychisch Kranker e.V.  eine zentrale Anlaufstelle.

Der Verein zur Unterstützung Gemeindenaher Psychiatrie in Rheinland-Pfalz hat zum Ziel, die Veränderung psychiatrischer Einrichtungen und die Entwicklung der gemeindenahen Psychiatrie aktiv zu begleiten, um die Gemeinden für Kinder, Jugendliche, für behinderte Menschen und deren Familien offener zu gestalten.

Der Landesverband Psychiatrie-Erfahrener Rheinland-Pfalz e.V. (LVPE) ist als Interessensvertretungen von Menschen mit Psychiatrieerfahrung auch in den zugehörigen politischen Landesgremien vertreten.



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Spezielle Hinweise für - Kreis Neuwied

Mit der rheinland-pfälzischen Psychiatriereform hat der Landkreis Neuwied die Verantwortung für die Planung und Koordination der gemeindenahen psychiatrischen Versorgung im Landkreis übernommen. Der Landkreis hat dieser Aufgabe stets hohe Bedeutung beigemessen. So wurde im Frühjahr 1997 der Psychiatriebeirat des Landkreises Neuwied berufen. Im September 1997 wurde die Psychiatriekoordinationsstelle als Stabsstelle eingerichtet. Es folgte die Einrichtung des Sozialpsychiatrischen Dienstes am Gesundheitsamt unter Leitung eines Facharztes für Psychiatrie. Darüber hinaus wurde mit dem Marienhaus-Klinikum St. Antonius Waldbreitbach die Übernahme der Pflichtversorgung für den Landkreis Neuwied vereinbart. Es folgte die Einrichtung einer Vielzahl weiterer Dienste und Angebote, beispielswiese des Gemeindepsychiatrischen Zentrums mit Tagesstätte und Kontaktangebote in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt. Oder die Einrichtung der Tagesklinik für psychisch kranke Menschen in Neuwied in Trägerschaft des Marienhaus-Klinikums St. Antonius Waldbreitbach.

Ebenfalls eingerichtet wurden modellhafte Projekte zur Verbesserung der Versorgung, beispielsweise das Krisentelefon für Menschen mit psychischen Erkrankungen und ihren Angehörigen, ebenfalls in Trägerschaft des St. Antonius Krankenhauses. Schließlich wurden neue Informationsangebote wie der Psychosoziale Internet-Beratungsführer geschaffen. Daneben werden regelmäßig Informations- und Fachveranstaltungen zu psychiatrischen Themen organisiert und durchgeführt.

Zu erwähnen ist, dass sich die gemeindenahe Psychiatrische Versorgung im Landkreis Neuwied nicht ausschließlich auf die Verbesserung der Versorgung für psychisch kranke erwachsene Menschen fokussiert. So fördert der Landkreis Neuwied ebenfalls die Verbesserung der Versorgung in den Bereichen Kinder- und Jugendpsychiatrie, Gerontopsychiatrie sowie Sucht und Psychiatrie. Beispielsweise wurde die Schaffung eines stationären Angebotes am Johanniter-Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie oder die Einrichtung einer Außenstelle der Psychiatrischen Kinder- und Jugendambulanz in Asbach gefördert.

Neben diesen Themenstellungen werden weitere Themen wie beispielsweise die Notfallseelsorge im Landkreis Neuwied aktiv unterstützt.

Rechtsgrundlage