Kreiswasserwerk

Kreiswasserwerk

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Zur Entstehung und Entwicklung des 
Kreiswasserwerkes


Zu Beginn der 60er Jahre ergriffen ehemalige Kreistagsmitglieder, hier seien stellvertretend die Namen  Edmund Buchholz und Theo Lück, sowie der damalige Landrat Josef Oster genannt, die Initiative nach einer Lösung zu suchen, die Wasserversorgungen der Linzer Höhe und des Asbacher Landes durch eine überörtliche Versorgung abzulösen. Ein Schritt, der den Grundstein für die darauffolgende Ansiedlung vieler Industrie- und Gewerbebetriebe auf der Linzer- und Asbacher Höhe sowie entlang Autobahn A3 bedeuten sollte.

Durch Bevölkerungszuwachs und Industrieansiedlung nach 1945 kam es zu einem sehr starken Anstieg des Trinkwasserverbrauchs. Die vorhandenen gefassten Quellen konnten den Bedarf nicht mehr decken, auch vorgenommene Tiefbohrungen brachten keine dauerhafte Entlastung.

Der sehr trockene Sommer 1959 brachte letztendlich die Bestätigung. Auf den Höhen des vorderen Westerwaldes wurde in vielen Gemeinde der Wassernotstand verkündet und die Bevölkerung zum eingeschränkten Wasserverbrauch aufgerufen. Hauptsächlich waren die beiden Gruppenwasserwerke „Linzer Höhe“ und „Spielhügel“ im Asbacher Land betroffen.

So wurde 1962 mit den ersten Vorbereitungen für eine überörtliche Wasserversorgung begonnen. Es wurden erste Gutachten in Auftrag gegeben, parallel zu den technischen Untersuchungen wurde Gespräche mit den Verbands- und Ortsgemeinden geführt.

Es kam wieder der Bau einer Talsperre im Mehrbachtal  ins Gespräch, diese Lösung wurde  bereits 1934 diskutiert,  weiterhin eine mögliche Talsperre im Fockenbachtal doch schließlich erschien die Versorgung aus dem Engerser Feld die technisch, hygienisch und wirtschaftlich günstigste Lösung.

Die Kreistagsdebatte vom 14. Juli 1966 brachte eine grundsätzliche Zustimmung zur Errichtung einer Großraumwasserversorgung, der Kreisausschuss wurde mit der Ausführung sämtlicher erforderlicher Maßnahmen beauftragt. In Zusammenarbeit mit dem zuständigen Ministerium erfolgten die Festlegung von Grundwasserschutzzonen und Erteilung der wasserrechtlichen Genehmigungen, daneben arbeitete die Verwaltung Satzungen und Verträge aus und nahm Grunderwerb vor.

In der Kreistagssitzung vom 28.04.1971 wurden schließlich das Kreiswasserwerk Neuwied gegründet. In dieser Sitzung wurden die Betriebssatzung, die Anschlusssatzung, der Betriebsführungsvertrag mit den Stadtwerken Neuwied, die Bildung eines Werksausschusses sowie der 1. Wirtschaftsplan für das Kreiswasserwerk Neuwied beschlossen.

Die Wasserversorgung in den Verbandsgemeinden Asbach und Linz wurde komplett durch das Kreiswasserwerk übernommen, Teile der Verbandsgemeinden Waldbreitbach, Rengsdorf und Flammersfeld kamen hinzu. Die Sandoz-Katastrophe 1986 veranlasste die Verbandsgemeinde Bad Hönningen ab 1992 die eigene Wasserförderung aufzugeben und über einen  Wasserlieferungsvertrag das gesamte Trinkwasser über das Kreiswasserwerk zu beziehen. In 1996 folgte die Verbandsgemeinde Dierdorf und bezieht seitdem ca. 60%  ihres Trinkwassers über das Kreiswasserwerk.

Auch wurden im Laufe der Jahre verschiedene Wasserleitungsvereine und Wasserbeschaffungsverbände in das Kreiswasserwerk eingegliedert, sei es in eigener Personalnot begründet oder in der der Quantität und Qualität des eigenen Trinkwassers. Dies alles geschah ausschließlich auf freiwilliger Basis, vor dem Hintergrund eines Kreistagsbeschlusses, wonach die Existenzen anderer Versorger grundsätzlich geschützt sind.

Ein wesentlicher Eckpunkt in der weiteren Entwicklung des Werkes war der Erlass einer Rechtsverordnung für das Trinkwasserschutzgebiet Engerser Feld in 1991. Hierin wurden tiefgreifende Regelungen zum Schutz unseres Trinkwasserreservoirs getroffen, welche dem Kreiswasserwerk noch heute erlauben, den Bürger mit einem Trinkwasser ohne jegliche Aufbereitung zu versorgen.

Eine weitere Säule des Betriebes bildet die frühe Erkenntnis einer permanenten Investitionsbereitschaft. So wurden alleine in den letzten 25 Jahren rd. 77 Mio. €  an Investitionsleistungen erbracht, ein über dem Landesdurchschnitt liegender Wert, der erheblich zur Versorgungssicherheit des Landkreises beiträgt.

Die ins Auge gefasste und bereits 2007 vertraglich bereits fixierte Trinkwassernotversorgung über einen Anschluss an den Wahnbachtalsperrenverband scheiterte in 2012. In dieser Richtung werden neue Gespräche mit der Wasserversorgung des Landkreises Altenkirchen geführt, mit dem Ziel, über eine Zuleitung aus Talsperren des Aggerverbandes eine zweite Einspeisemöglichkeit neben der Förderung aus dem Engerser Feld zu erreichen.