Mit einem feierlichen Festakt in seiner Aula hat das Rhein-Wied-Gymnasium Neuwied die Feierlichkeiten zum Jubiläumsjahr anlässlich des 150-jährigen Bestehens final abgerundet. Als Ehrengäste konnte Schulleiter Helmut Zender unter anderem Bundesbildungsministerin und Schirmherrin Karin Prien, einst selbst RWG-Schülerin, und Landrat Achim Hallerbach sowie Christian Etzkorn von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), den Neuwieder Oberbürgermeister Jan Einig und den früheren Schulleiter Martin Graß begrüßen.
„Bildung, Kreativität und Toleranz sind Markenzeichen, die das Rhein-Wied-Gymnasium in seinen bislang 150 Jahren für sich entwickelt- und verinnerlicht hat. Vor diesem Hintergrund zeichnet sich diese Schule vor allem durch Kondition und Kreativität aus. Kondition ist notwendig, um eine Schule über 150 Jahre erfolgreich durch die Zeit zu führen und die Zielvorgabe wie beim Staffellauf weiterzugeben. Und Kreativität ist angesagt, um dabei nicht stehenzubleiben“, zollte Landrat Achim Hallerbach Schulleiter Helmut Zender und dessen Vorgängerinnen und Vorgängern im Amt entsprechende Anerkennung.
Identifizieren konnte sich der Kreis-Chef ebenfalls mit den Ausführungen von Ministerin Karin Prien, die mit einer Reihe „goldener Regeln“ ihre Botschaft von Bildung als Basis des Erfolges aufzuzählen wusste: Sprachkompetenz in frühester Zeit herstellen -etwa durch Vorlesen in frühester Kindheit-, Unterstützung durch Eltern und Lehrer, die Umsetzung der Maxime von Fördern und Fordern, kurzum: Schülerinnen und Schülern Zeit und Wissen schenken. „Dabei gilt es, die Balance zu schaffen, Grenzen zu setzen und zugleich Freiheiten zu gewähren“ betonte die Bundesbildungsministerin. Gedanken, die Landrat Achim Hallerbach weiterführte: „Gute Zukunft benötigt Mut, der zwar eine kritische Wachsamkeit enthält, zur Lähmung führende Ängste aber ablehnt. Deshalb besitzen wir bei den Themen `Künstliche Intelligenz und Robotik´ auch eine gute Chance, die wir für uns und kommende Generationen nutzen wollen, um unsere Region erfolgreich zu positionieren.“
Das Rhein-Wied-Gymnasium steht sinnbildlich für die Verbindung von Tradition und Trend und hat sich im Lauf der Zeit emanzipiert. „Nach der Öffnung der ehemaligen Mädchenschule für Jungen war das RWG dann eine der ersten MINT-Schulen des Landes (Zukunftsfächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) und Vorreiter bei der IT-Bildung. Zudem glänzte es durch viele erfolgreiche Projekte, Wettbewerbe und Aktionen“, konnte Schulleiter Helmut Zender auf beindruckende Wegmarken verweisen. In der Tat: Das Rhein-Wied-Gymnasium hat immer wieder gezeigt, dass Tradition und Aufbruch hervorragend zusammenpassen. Heute ist das RWG wichtiger Standortfaktor über den Landkreis Neuwied hinaus, in dem jungen Menschen die Türen für ihre Zukunft geöffnet werden.

„Heimatverbundenheit und Toleranz. Verantwortung und Engagement. Tradition und Aufbruch. Das passt ziemlich gut zu unserem Landkreis“, richtete Landrat Achim Hallerbach seinen Dank an die Schulleitung und das gesamte Kollegium und die Elternschaft. Besondere Anerkennung hielt der Kreis-Chef für die Schülerinnen und Schüle bereit, die ihr Können und ihre Ideen nicht nur in Wettbewerben erfolgreich umsetzen würden, sondern mit Aktionen wie zugunsten des Rhein-Wied-Hospizes bewiesen hätten, dass sie in der Lage seien, Verantwortung für andere zu übernehmen. Dass das Gymnasium im Zeichen der beiden Flussnamen ebenso in puncto Unterhaltung und als Talent-Schmiede zu glänzen weiß, bewiesen RWGler auch über beeindruckende Darbietungen beim Festakt – etwa durch die Bläserklasse der 6b, den „musikalischen Schultag“ von Salar Alo am Flügel oder die Zeitreise in Form einer pantomimischen Revue. Auch die Hip-Hop-Weltmeisterinnen und RWG-Schülerinnen Miah Bein und Maggie Dückmann gaben auf der Bühne der RWG-Aula eine fulminante Kostprobe ihres Könnens.
„Als Schulträger werden wir auch künftig ein verlässlicher Partner sein und in gute Rahmenbedingungen und eine moderne Infrastruktur investieren. In diesem Sinne steht das Thema Bildung bei der Verwendung unseres Anteils vom Sondervermögen des Bundes ganz oben auf unserer Arbeitsliste. Und dass der klimafreundliche Schulhof pünktlich zum Jubiläum fertig geworden ist, war selbstverständlich perfekt geplant“, stellte Landrat Achim Hallerbach mit Augenzwinkern fest.
Im eigens komponierten Jubiläumslied, dessen Titel seit gefühlten Ewigkeiten an der Uhr der Frontfassade in Stein gemeißelt ist, bleibt entsprechend ausgedrückt, was nach 150 Jahren auch künftig wegweisend sein soll. „Carpe diem – Nutze die Zeit!“
