Die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland macht weiterhin erhöhte Aufmerksamkeit erforderlich. Nachdem die Tierseuche inzwischen bis auf wenige Kilometer an den benachbarten Landkreis Altenkirchen herangerückt ist und dort bereits Maßnahmen im Rahmen einer Tierseuchenverfügung gelten, beobachtet auch der Landkreis Neuwied die Entwicklung sehr aufmerksam. „Zwar gibt es im Kreisgebiet derzeit weiterhin keinen bestätigten Fall der Afrikanischen Schweinepest, dennoch treffen die zuständigen lokalen Behörden bereits vorsorglich Vorbereitungen, um im Ernstfall schnell und gezielt reagieren zu können“, teilt das Veterinäramt des Landkreises mit.
In diesem Zusammenhang finden regelmäßig Abstimmungsgespräche im Rahmen eines „Runden Tisches zur ASP“ zwischen den zuständigen Fachbehörden, der Jägerschaft, der Landwirtschaft sowie den Kräften des Katastrophenschutzes statt. Bei diesem Austausch werden neben der aktuellen Lagebewertung mögliche Szenarien erörtert und vorbeugende Maßnahmen kontinuierlich abgestimmt. Zudem werden spezielle Bergetrupps für die mögliche Kadaverbergung geschult und organisatorische Abläufe vorbereitet. Ebenfalls erfolgt bereits die Prüfung und Auswahl geeigneter Standorte für mögliche Kadaversammelstellen, um im Falle eines Ausbruchs schnell und koordiniert handeln zu können.
Landrat Achim Hallerbach appelliert an die Bevölkerung, die bestehenden Vorsichtsmaßnahmen ernst zu nehmen und aktiv mitzuhelfen, eine Einschleppung der Tierseuche zu verhindern:
„Die Afrikanische Schweinepest stellt keine Gefahr für den Menschen dar, kann jedoch für Wild- und Hausschweine gravierende Folgen haben und erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen. Mit umsichtigem Verhalten kann jede Bürgerin und jeder Bürger einen wichtigen Beitrag leisten, um das Risiko einer Ausbreitung zu minimieren.“
Die ASP wird vor allem durch direkten Kontakt zwischen infizierten Tieren sowie über kontaminierte Lebensmittel, Kleidung, Schuhe, Fahrzeuge oder Ausrüstungsgegenstände übertragen. Deshalb bittet der Landkreis insbesondere Erholungssuchende, Wandernde und Reisende um besondere Aufmerksamkeit.
Folgende Vorsichtsmaßnahmen sollten besonders beachtet werden:
- Keine Lebensmittelreste oder Speiseabfälle in der Natur oder an Rastplätzen zurücklassen.
- Insbesondere Wurst- und Fleischprodukte dürfen keinesfalls achtlos entsorgt werden.
- Hunde sollten im Wald angeleint und möglichst auf den Wegen geführt werden, um Kontakt zu Wildschweinen oder Kadavern zu vermeiden.
- Wer sich in bekannten ASP-Ausbruchsgebieten aufgehalten hat, sollte Schuhwerk, Kleidung, Fahrzeuge sowie mitgeführte Ausrüstung gründlich reinigen und möglichst desinfizieren, bevor andere Wald- oder Landwirtschaftsflächen betreten werden.
- Kadaver von Wildschweinen oder auffällige Tierfunde sollten nicht berührt und umgehend dem Veterinäramt oder der Polizei gemeldet werden.
- Landwirtschaftliche Betriebe werden gebeten, die bestehenden Biosicherheitsmaßnahmen konsequent einzuhalten.
Auch die Jägerschaft der Region ist in das ASP-Management bereits eingebunden. Sie wurde gebeten, die Schwarzwildbestände im Landkreis weiter zu reduzieren, um die Ausbreitungsmöglichkeiten der Tierseuche einzuschränken. Gleichzeitig erfolgen verstärkte Monitoring- und Kontrollmaßnahmen in Zusammenarbeit mit den zuständigen Fachbehörden.
„Derzeit besteht kein Anlass zur Beunruhigung. Ziel aller Maßnahmen ist es vielmehr, frühzeitig und verantwortungsvoll vorzubeugen“, betont Landrat Achim Hallerbach und schließt mit einem Appell: „Wir bitten die Bevölkerung um Unterstützung und umsichtiges Verhalten!“
Weitere Informationen zur Afrikanischen Schweinepest sowie aktuelle Hinweise finden Bürgerinnen und Bürger auf den Informationsseiten des Landesuntersuchungsamtes Koblenz Afrikanische Schweinepest .Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz .
