Auf den Spuren der Römer zurück in die Zukunft

Dass die wahren Römer im Gegensatz zum Credo von Comic-Gallier Obelix keinesfalls spinnen, als vielmehr Können und Kultur verbreiteten, illustrieren die erweiterte RömerWelt und das Limes-Informationszentrum jetzt auf eine noch anschaulichere Art und Weise. Bei der offiziellen Einweihung ließen sich auch Ministerpräsident Gordon Schnieder und Landrat Achim Hallerbach das von Architektin Silke Pesau umgesetzte Konzept nahebringen. 

„Längst ist die RömerWelt weit mehr als ein Museum: Sie ist Geschichte zum Anfassen, ein touristischer Anziehungspunkt und ein echtes Aushängeschild unseres Landkreises Neuwied. Und das schätzen Familien, Wanderer, Geschichtsinteressierte, Naturfreunde und Besucher aus nah und fern absolut“, freute sich Landrat Achim Hallerbach sehr über das verwirklichte Projekt und die Anerkennung des neuen Landesvaters.

In seiner Ansprache hob Gordon Schnieder die verbindende Wirkungskraft an der Schnittstelle „Caput Limitis“ der beiden Abschnitte des UNESCO-Weltkulturerbes hervor. „Wie der Name schon sagt, war der Limes ursprünglich als Grenzwall angelegt. Heute trennt diese Grenze nicht mehr. Vielmehr verbindet sie Geschichte, Archäologie, Kultur und die Menschen, die sich für dieses Erbe interessieren und engagieren. Die Römerwelt zeigt Geschichte nicht einfach `hinter Glas´, sondern vermittelt und erklärt sie und ermöglicht es den Besuchern, sie selbst auszuprobieren.“

Beide waren sich einig: die RömerWelt passt perfekt zum Landkreis Neuwied und zur Region: In diesem Zusammenhang erinnerte der Kreis-Chef daran, dass es am Limes schon vor fast 2.000 Jahren darum gegangen sei, Menschen, Waren und Informationen zu bewegen und die Region zu schützen und nach vorne zu bringen.

„Vor diesem Hintergrund geht es heute umso mehr darum, unsere Stärken zu nutzen und unsere Heimat weiterzuentwickeln. Unser Landkreis Neuwied ist wirtschaftsstark, naturverbunden, weltoffen und reich an Geschichte. Die RömerWelt bringt diese Stärken wunderbar zusammen. Mit der Erweiterung der Ausstellungsfläche wird dieses Erfolgsmodell jetzt noch attraktiver“, gratulierte Landrat Achim Hallerbach all denjenigen, die wie Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud, Römerwelt-Geschäftsführer Frank Wieseberg und Architektin Silke Pesau am Prozess mitgewirkt hatten.

Dabei hatte der Landrat auch das Land Rheinland-Pfalz im Blick, das die Maßnahme mit einer Fördersumme von 800.000 Euro unterstützt hatte: „Eine Investition, die unserer Region zugutekommt und weit über Rheinbrohl hinaus ausstrahlt. Ich bin überzeugt: Die Geschichte der RömerWelt ist noch lange nicht auserzählt“, richtete Landrat Achim Hallerbach den Blick nach vorne: Auf den Spuren der Römer zurück in die Zukunft. Klingt wie im Film – die Darsteller römischer Folklore sind jedenfalls schon werbewirksam da.

Bürgermeister Jan Ermtraud nutzte die Gelegenheit, um ein großes Dankeschön auszusprechen: „Natürlich gilt mein Dank zunächst dem Land Rheinland-Pfalz, das die Erweiterung der RömerWelt mit rund 70 Prozent der Gesamtkosten so großzügig unterstützt hat. Darüber hinaus möchte ich aber unbedingt noch allen `Machern´ vor Ort, danken. Ihr seid es, die die Ideen entwickelt, geplant, organisiert und umgesetzt habt. Danke an die Stiftung Caput Limitis, das Team der RömerWelt, den Planern, den beteiligten Unternehmen sowie meinen Mitarbeitern in der Verwaltung. Danke auch allen, die ihren Beitrag im Hintergrund geleistet haben und ein abschließend noch ein großes Dankeschön an alle Ehrenamtler, die die RömerWelt alljährlich bereichern.“

Präsenz zeigte mit Pater Magnus und Pfarrer Christoph Schwägermann von der Evangelischen Kirche auch die ökumenisch vereinte Geistlichkeit, von der die neuen Attraktionen des Landkreises den kirchlichen Segen erhielten. Das hätte wohl auch den römischen Kaiser Konstantin gefreut, durch den die Götterverehrung des römischen Reiches im Jahr 380 nach Christus vom Christentum als Staatsreligion ersetzt wurde. So schließt sich der Kreis.