Kreis Neuwied. Noch bis zum 27. September 2026 findet die bundesweite Woche der Wiederbelebung 2026 mit zahlreichen Aktionen wie Mitmachtrainings, Infoständen und Schulungen statt. In diesem Zusammenhang macht der Landkreis Neuwied nochmals auf sein Ersthelfersystem „ProHerzschlag“ für die erste Notversorgung bei Herz-Kreislauf-Stillstand aufmerksam. Nach einer intensiven Entwicklungsphase ist das Pilotprojekt, das der Landkreis gemeinsam mit der Gesundheitsregion Köln-Bonn e.V. auf den Weg gebracht hat, seit Mitte Juli im Landkreis Neuwied am Start. Unterstützt und begleitet wird es durch das europäische Interreg-Projekt HEARTSAFE 2.0. Mit Erfolg.
„Nach der ersten Präsentation bei uns im Kreishaus am 12. August konnten wir die Anzahl der Ersthelferinnen und Ersthelfer auf circa 85 freigeschaltete Ersthelfer verdoppeln. Im gleichen Zeitraum gab es schon 18 Alarmierungen für Herz-Kreislauf-Stillstände über die Ersthelfer-App, bei 9 dieser Alarmierungen konnten bereits Ersthelfer an die Einsatzstelle gerufen werden. Unter anderem kam es zu zwei Einsätzen in den Neuwieder Ortsteilen Heddesdorf und Segendorf, bei denen die maximale Anzahl von fünf möglichen Ersthelfern vor Eintreffen des ersten Rettungsmittels des Rettungsdienstes wirksame Hilfe am Patienten geleistet haben“, kann Landrat Achim Hallerbach eine erfreuliche erste Bilanz ziehen.
In Zusammenarbeit mit dem Apphersteller hat die Gesundheitsregion Köln-Bonn zugleich mit Hochdruck daran gearbeitet, im Echtbetrieb auftretende technische Probleme wie den Registrierungsprozess in der App sowie bei der Alarmierung und bei der Navigation – überwiegend bei Android-Telefonen - beheben zu lassen. Zwischenzeitlich konnten Gesundheitsregion und das zuständige Brand- und Katastrophenschutzzentrum des Landkreises grünes Licht geben – die kritischsten Fehler sind nun mit einem App-Update behoben worden.
Auch im Hinblick auf die Nachfrage geht der Blick nach vorne:
„Die Resonanz auf den ersten Kurs stimmt zuversichtlich für den weiteren Weg. Wir konnten Ersthelfer innerhalb der Schulung vorqualifizieren und den Prozess des ProHerzschlag-Kurses mit dem DRK-Kreisverband optimieren“, erklärt Luca Falk vom Kreis-Brand- und Katastrophenschutz.
Die weiteren Schulungstermine am 14.- und 28. November sind fest mit dem Malteser Hilfsdienst Neuwied vereinbart und auf der Website proherzschlag.de bereits eingestellt. Sobald Anmeldungen für einen der Kurse über die Website eingehen, werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer entsprechende Informationen erhalten. Vorqualifiziertes Personal kann sich wiederum jederzeit über das eLearning, ebenso auf der proherzschlag.de Website erreichbar, qualifizieren. Nach dem Upload des Zertifikates der Vorqualifizierung (unter anderem Berufsurkunde) und der erfolgreichen Teilnahme am eLearning werden die Ersthelfer unmittelbar freigeschaltet.
Für Landrat Achim Hallerbach ist die „Woche der Wiederbelegung“ zudem ein perfekter Anlass, um in den kommenden Tagen in Verwaltungen, Unternehmen, Schulen und weiteren Einrichtungen zur Mitwirkung bei ProHerzschlag aufzurufen. „ProHerzschlag ist mir im wahrsten Sinne des Wortes ein Herzensanliegen. Und je mehr Menschen in unserem Landkreis sich als Ersthelfer registrieren, umso wirksamer können wir bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand entscheidende Minuten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken“, so der Kreischef.
