Oberhonnefeld-Gierend will mit der Zeit gehen

Oberhonnefeld-Gierend/Kreis Neuwied. Die Ortsgemeinde Oberhonnefeld-Gierend kann die Weichen für seine Zukunftsplanungen stellen: Mit der Übergabe des Förderbescheides für die anstehende Dorfmoderation und die Fortschreibung des Dorferneuerungskonzeptes durch den Ersten Kreisbeigeordneten und Planungsdezernenten Philipp Rasbach an Ortsbürgermeister Harald Berndt, kann die Ortsgemeinde nun in einen Beteiligungsprozess starten. Dort werden insbesondere die Ideen und Vorstellungen der Bürgerinnen und Bürger gefragt sein.

Im Mittelpunkt der Dorfmoderation steht die Frage, wie sich Oberhonnefeld-Gierend in den kommenden Jahren weiterentwickeln soll. Gemeinsam mit Fachleuten sollen die Einwohnerinnen und Einwohner zunächst eine Bestandsaufnahme vornehmen: Dabei soll unter anderem ermittelt werden, was den Ort auszeichnet, wo Handlungsbedarf besteht, welche Angebote fehlen und welche bestehenden Strukturen erhalten- oder gestärkt werden sollen.

Darauf aufbauend sollen in Workshops und Gesprächsrunden konkrete Ideen für die Zukunft des Ortes entstehen. Dabei können unterschiedliche Themen eine Rolle spielen – von der Gestaltung des Ortsbildes und der Entwicklung öffentlicher Räume bis hin zum sozialen und kulturellen Leben sowie dem Miteinander der Generationen. Die Ergebnisse der Dorfmoderation bilden eine wichtige Grundlage für die weitere Dorferneuerungsplanung der Gemeinde.

„Eine nachhaltige Dorfentwicklung kann besonders dann gelingen, wenn diejenigen einbezogen werden, die hier leben und ihren Ort jeden Tag erleben“, sagte der Erste Kreisbeigeordnete Philipp Rasbach bei der Übergabe. „Die Dorfmoderation gibt den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, eigene Vorstellungen einzubringen und gemeinsam darüber zu diskutieren, welche Schwerpunkte Oberhonnefeld-Gierend in Zukunft setzen möchte.“

Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt die Gemeinden bei diesen Prozessen im Rahmen der Dorferneuerung mit einer Förderung von bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten. Für die Dorfmoderation können dabei Zuschüsse von bis zu 15.000 Euro für die Erstellung eines Dorferneuerungskonzepts von bis zu 10.000 Euro gewährt werden. Damit werden die finanziellen Voraussetzungen geschaffen, um den Beteiligungsprozess professionell begleiten zu lassen.

Für Oberhonnefeld-Gierend bedeutet die Förderung zugleich die Chance, aktuelle Herausforderungen frühzeitig aufzugreifen. Dazu gehören unter anderem die Folgen des demografischen Wandels, die Attraktivität des Ortes für unterschiedliche Generationen und die Frage, wie das gesellschaftliche Leben und die gewachsenen Strukturen der Gemeinde langfristig erhalten und weiterentwickelt werden können.

Ortsbürgermeister Harald Berndt begrüßte die Förderung und den damit verbundenen Start. Entscheidend werde nun sein, möglichst viele Bürgerinnen und Bürger für eine Beteiligung zu gewinnen und unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen. Auch der Kreisbeigeordnete Philipp Rasbach warb für eine rege Teilnahme: „Die besten Ideen für einen Ort entstehen häufig dort, wo die Menschen unmittelbar wissen, was gut funktioniert und wo Veränderungen sinnvoll wären. Deshalb hoffe ich, dass viele Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit nutzen und sich aktiv beteiligen.“