Politik und Wirtschaft im konstruktiven Dialog

Geprägt von einem kritisch-konstruktiven Dialog zwischen Politik und Wirtschaft war der Empfang der Wirtschaft 2026 auf dem Gelände des Technologie Campus der Niedax Group in Neustadt/Rahms. Auch Gordon Schnieder, frisch gewählter Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz, hatte sich seine Mitwirkung beim Forum des „Who is Who“ mit 300 Gästen aus Wirtschaft, Handwerk, Banken, Energieversorgern und Politik. nicht nehmen lassen. Veranstaltet wird der „Empfang der Wirtschaft“ alljährlich von IHK, Süwag, Sparkasse Neuwied, Kreishandwerkerschaft, Rhein-Zeitung und der Wirtschaftsförderung des Landkreises Neuwied (WFG)

„Unsere Wirtschaftskraft unter den TOP 5 im Land hat viele schöne Gesichter. Beim Empfang der Wirtschaft wird unser Potential alljährlich konzentriert auf den Punkt gebracht. Die Gastgeber von der Niedax Group mit CEO Bruno Reufels konnten uns allen ein innovatives, milliardenschweres Infrastrukturprojekt für ein krisensicheres Glasfasernetz präsentieren, das unserer digitalen Widerstandfähigkeit ohne staatliche Sondervermögen oder direkte Steuergelder einen enormen Schub geben wird“, konnte Landrat Achim Hallerbach anerkennend feststellen.

Tatsächlich wird die neue Produktionsstätte für Glasfaserkanäle perspektivisch für bis zu 500 neue Arbeitsplätze im Landkreis Neuwied sorgen. Dass Global Player wie die Niedax-Group, sowie Hidden Champions und viele familiengeführte Erfolgs-Unternehmen mit dem Landkreis Neuwied auch weiterhin auf einen attraktiven Standort bauen können, wusste Landrat Achim Hallerbach in seinen Ausführungen anhand klarer Positionierungen zu formulieren:

„Wir brauchen einen packenden Deutschland-Entwurf 2040 mit dem Tenor, mutig zu agieren anstatt bloß zu reparieren. Neue Gewerbegebiete und Industrieflächen an der Lebensader A3 sind alternativlos. Sie müssen künftig strategisch entwickelt und für Ansiedlungen bevorratet werden“, sieht der Landrat die höchste Zeit für eine impulsgebende Wirtschaftspolitik im Land Rheinland-Pfalz gekommen.

Dazu zählt neben schnelleren Genehmigungsverfahren und einem spürbaren Bürokratie-Abbau auch das im Koalitionsvertrag festgeschriebene zentrale Ansiedlungsmanagement, das größere Unternehmensvorhaben begleiten soll. Zugleich müssten Betriebsübergänge, insbesondere in HOGA-Betrieben, praxistauglicher gemacht werden und dürften nicht existenzgefährdend sein. Als Kernelement der Zukunftssicherung bezeichnete Achim Hallerbach die verlässliche Versorgung mit Wasserstoff für die energieintensiven Unternehmen. Rheinland-Pfalz benötige dringend eine Rohstoffstrategie zur Sicherung der Rohstoffgewinnung, die essentiell für den rheinland-pfälzischen Norden sei und Sicherheit für die verarbeitende Industrie und die Bauwirtschaft gebe. Darüber hinaus gelte es, Zukunftscluster systematisch auszubauen. Für den Landkreis Neuwied konnte Achim Hallerbach in Gegenwart von Hochschul-Präsident Prof. Dr. Karl Stoffel bereits auf die gemeinsamen Anstrengungen zur Schaffung eines Anwendungszentrum für Robotik und Künstliche Intelligenz (KI) verweisen. Auch die guten nachbarschaftlichen Beziehungen in die Region Bonn zeitigen weiterhin Erfolge und so ist eine Anbindung an die technologische Schrittgeschwindigkeit zum Beispiel eines vorhandenen Cyber-Security-Clusters in Bonn heute keine Utopie mehr für den Kreis Neuwied.

Denn auch bei den Themen Cyber-Sicherheit und Resilienz müsse das Land angesichts globaler Krisen viel stärker als bisher das Zepter in die Hand nehmen. „Wir müssen hier wieder Vordenker und Vorreiter werden - Macher sein, keine Zauderer. Dazu brauchen wir mehr Marktwirtschaft und weniger staatliche Reglementierung“, betonte Landrat Achim Hallerbach und verband damit auch gleich eine Mahnung: „Politik und Wirtschaft dürfen sich nicht auseinanderdividieren lassen, denn wir brauchen einander. Schädlich für Kreativität und Innovation sind Denkbarrieren - Reibung erzeugt bekanntlich Energie. Mit Ministerpräsident Gordon Schnieder bin ich mir einig:  Eine gesunde Wirtschaft ist die Wurzel unseres Wohlergehens und Voraussetzung für einen intakten Sozialstaat. Politik hat sich ins Unternehmens-Management nicht einzumischen, sollte aber gute Rahmenbedingungen schaffen.“