Museumskonzept

1926-1928 nach Plänen der Kölner Architekten Mattar und Scheler als Kreismuseum errichtetes Gebäude mit klassizistischen und barocken Formen

1. Sammlung, Gebäude, Ort und Träger des Museums


Sammlung

Das Roentgen-Museum Neuwied wurde 1928 als Kreismuseum eröffnet. Es ist das älteste Museum im Landkreis Neuwied sowie eines der ä testen und bedeutendsten am Mittelrhein. Der ursprünglich archäologische Schwerpunkt der Sammlung entwickelte sich immer mehr in den Bereich  der  Wohnkultur  des  18.  und  19.  Jahrhunderts,  insbesondere  der  höfischen Wohnkultur  des  18.  Jahrhunderts  mit  den bekannten  Möbeln  von  Abraham  und  David Roentgen  sowie  den  Uhren  von  Christian  und  Peter  Kinzing.  Heute  werden  folgende Sammlungsschwerpunkte präsentiert:

  • Roentgenmöbel und Kinzinguhren
    Höfische Wohnkultur des 18. Jh.
  • Bürgerliche Wohnkultur zur Biedermeierzeit
  • Gründung der Stadt Neuwied und ihre Religionstoleranz
  • Friedrich Wilhelm Raiffeisen und sein Umfeld

Die Sammlung von Roentgenmöbeln und Kinzinguhren ist die größte in Deutschland; bedeutendstes Exponat, die „Apollo-Uhr“ von David Roentgen  und  Peter  Kinzing,  die  um  1785  an  Zarin  Katharina  die Große nach St. Petersburg geliefert wurde.

Gebäude

Das  Museumsgebäude  im  so  genannten  „Heimatstil“  mit  klassizistischen  und  barocken Formen entstand 1926-28 nach Plänen der Kölner Architekten Mattar und Scheler. Schon von Anfang an als Museum konzipiert, hat es sich bis heute weitestgehend erhalten und steht unter Denkmalschutz.

Es besteht aus dem Erdgeschoss, zwei Obergeschossen und dem Dachgeschoss. In allen vier Etagen  befinden  sich  Ausstellungsräume  von insgesamt  rund  800  m².  Im  Erdgeschoss befindet sich die „Raiffeisen-Etage“, Cafeteria und Büros. Im 1. Obergeschoss ist in mit Holztafeln  verschlossenen   Wandvitrinen   die  vor-  und  frühgeschichtliche   Sammlung deponiert. Die Räumlichkeiten werden für Sonderausstellungen genutzt. Im 2. Obergeschoss, der „Bel-Etage“ findet der Besucher die Roentgenmöbel- und Kinzinguhren-Sammlung (höfische Wohnkultur). Im Dachgeschoss ist die bürgerliche Wohnkultur des 18. und 19. Jahrhunderts sowie das Depot untergebracht. Hinter dem Museumsgebäude befindet sich ein Gartenhof mit altem Baumbestand und Ausstellungsobjekten aus Stein (Grab-, Grenz- und Merksteine).

Die Präsentation der einzigartigen Roentgenmöbel-Sammlung des Roentgen-Museums wurde nach  dem  Konzept  eines  Berliner  Designerbüros  vor  wenigen  Jahren  umgestaltet  und renoviert. Die Erstellung der Dokumentationstexte und die entsprechende Unterstützung erfolgte durch die Museumsleitung. Die Neugestaltung der weiteren Dauerpräsentation entstand nach Planungen des Roentgen-Museums und des zuständigen Bauamts der Kreisverwaltung. Für die nächste Zeit ist Einrichtung eines Raumes für die Museumspädagogik im Kellergeschoss mit Zugang zum Garten geplant. Ein Aufzug in alle öffentlich zugänglichen Etagen erleichtert den Besuch von behinderten und älteren Menschen.

Ort

Neuwied  ist  eine  Einkaufs-  und  Industriestadt  mit  rund  70.000  Einwohnern  (Landkreis Neuwied rund 140 000 Einwohner). Sie zählt nicht zu den typischen Touristenorten entlang des Mittelrheins. Das Roentgen-Museum befindet sich am Raiffeisenplatz in der Nähe des Bahnhofs Neuwied, allerdings außerhalb des Stadtzentrums. Vom Bahnhof aus ist es in zwei Minuten zu Fuß zu erreichen, mit Pkw Richtung Bahnhof und St. Elisabeth-Krankenhaus Neuwied. Die Ausschilderung des Roentgen-Museums bedarf allerdings erheblicher Verbesserungen. Dies ist von der Museumsleitung bei der zuständigen Stadtverwaltung beantragt.

Träger

Träger der Kosten des Roentgen-Museums für Personal, Gebäude, Ausstattung und Veranstaltungen ist der Landkreis Neuwied. Der Etat zur Bewirtschaftung beträgt rund 240.000 Euro (einschl. rund 200.000 € Kosten für Personal und Bauunterhaltung). Über rund 40.000 € kann der Museumsleiter für die Museumsarbeit sowie Veranstaltungen verfügen. Von den 240.000 € fallen auf jeden Einwohner im Landkreis Neuwied ca. 1,70 € (bei insges. rund 140.000 Einwohnern).

Das Roentgen-Museum ist als Stabsstelle der Kreisverwaltung Neuwied angegliedert und untersteht somit direkt dem Landrat. Die Stelle der Leitung ist hauptamtlich und vollzeitig. Hinzu kommen zwei Teilzeitkräfte als Sekretärinnen und eine Reinemachefrau. Die hausmeisterlichen Arbeiten werden vom Hausmeister der Kreisverwaltung übernommen.

Die Besucherzahlen liegen durchschnittlich jährlich bei 5000-6000 Personen.


2. Außenwirkung und –beziehungen

3. Angebote und Ziele

4. Ausblick