Flüchtlingskinder frühzeitig von Trauma befreien - 7. Kindeswohl-Netzwerkkonferenz

„In erster Linie Kinder - Flüchtlingskinder in Deutschland“: So lautete nach dem Vorbild eines UNICEF-Berichts von 2014 der Titel der 7. Kindeswohl-Netzwerkkonferenz von Stadt und Kreis Neuwied. Mehr als 160 Teilnehmer waren dazu in den Amalie-Raiffeisen-Saal der vhs gekommen.

Foto: GruppenfotoDer Beigeordnete der Stadt, Michael Mang, eröffnete auch im Namen des ersten Kreisbeigeordneten Achim Hallerbach das Treffen und unterstrich dessen Bedeutung für die Vernetzung unterschiedlicher Berufsgruppen im Sinne des Kindeswohls. Zudem wies er auf das professionelle und besonders auf das große ehrenamtliche Engagement in der Flüchtlingshilfe hin. Mang rief dazu auf, weiter an dieser wichtigen Aufgabe zu arbeiten. 

Die von den Netzwerkkoordinatorinnen Daniela Kiefer vom Kreisjugendamt und Anja Piquardt vom Stadtjugendamt organisierte Konferenz führte Vertreter verschiedener Berufsgruppen der „Netzwerke Kindeswohl“ zusammen.


Ziel war es, über den Umgang mit geflüchteten Kindern in Kindertagesstätten und Schulen und über traumatherapeutische Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. 

So erläuterte die Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin Cindy Vogel-Hürter die spezielle Situation geflüchteter Kinder. Ihr mit vielen Beispielen aus der therapeutischen Praxis bereicherter Vortrag vermittelte, wie anspruchsvoll es für Helfer ist, adäquat auf die unterschiedlichen Verhaltensweisen von Flüchtlingskindern zu reagieren. Sie erklärte, welche Symptome auftreten können, und machte gleichzeitig deutlich, dass ein großes Entwicklungspotential in diesen Kindern steckt, wenn sie die geeignete Hilfe erhalten.   

Dass traumatische Erfahrungen von Gewalt, Flucht und Hilflosigkeit möglicherweise zu einem therapiebedürftigen Trauma führen können, machte die Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin Daniela Lempertz deutlich. Sie plädierte für eine frühe Diagnostik und Behandlung jugendlicher Flüchtlinge, um mögliche Folgen wie Konzentrationsstörungen, Übererregung und vermehrte soziale Probleme zu verhindern.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch die Beiträge von Vertretern der örtlichen Beratungsstellen des Caritasverbandes Rhein-Wied-Sieg, des Diakonischen Werks im Evangelischen Kirchenkreis Wied und der Koordinierungsstelle für die interkulturelle Öffnung des Gesundheitswesens in Mayen. Sie stellten Angebote für Betroffene und Fachkräfte vor.


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