Roentgen-Museum Neuwied mit neuem Programm und Rückblick auf das Jahr 2016

Landrat Rainer Kaul und Museumsdirektor Bernd Willscheid nutzen das ausgehende Jahr 2016 für einen Rückblick auf das diesjährige Kulturschaffen des Roentgen-Museums Neuwied und stellen die geplanten Aktivitäten für 2017 vor.

In 2016 fanden im Roentgen-Museum Neuwied beeindruckende Sonderausstellungen statt:

Werke des Künstlerehepaares Margit und Rolf Hillen bildeten den Auftakt. Gemälde mit der ostfriesischen Landschaft, Druckgrafik und Skulpturen aus Papier konnten von dem in Ostfriesland lebenden, aus Neuwied stammenden Künstlerehepaar präsentiert werden.

Verbunden mit einer kleinen Ausstellung von Märchenbüchern besuchten zahlreiche Schulklassen und Kindergärten das Museum, denen das Ehepaar Dieter und Friederike Kühnreich, beide ehrenamtlich für das Museum tätig, Märchen erzählten und durch das Museum führten. Parallel dazu zeigte im Frühjahr die Neuwieder Künstlervereinigung „Gruppe 93“ unter dem Titel „Vegetation“ ihre neuesten Arbeiten.

Der Landkreis Neuwied feierte wie viele weitere Landkreise in der ehemaligen preußischen Rheinprovinz sein 200jähriges Bestehen. So fanden mehrere Veranstaltungen statt. Neben dem gelungenen Festakt im Schlosstheater und der historischen Dokumentation im Kreishaus kann die Ausstellung des Roentgen-Museums mit Gemälden und Zeichnungen von Orts- und Landschaftsbildern des Kreises Neuwied als einer der Höhepunkte genannt werden.

Eröffnung Carmen Sylva-Ausstellung am 3. September 2016Eine weitere kunsthistorische Ausstellung befasste sich mit Carmen Sylva, der aus Neuwied stammenden rumänischen Königin Elisabeth, die um 1900 europaweit zu einer der bekanntesten Frauen zählte. Anlass dieser Ausstellung war der 100. Todestag dieser beeindruckenden Persönlichkeit. Unterstützt vom Fürstenhaus Wied konnte eine einmalige und äußerst gut besuchte Präsentation zusammengestellt werden, mit Kostbarkeiten wie Gemälden, Fotografien, Dokumenten, Schmuck sowie persönlichen Gegenständen und als Höhepunkt ein Portrait der Königin und Schriftstellerin von Franz von Lenbach, dem Münchener Malerfürsten des 19. Jahrhunderts. Gut besucht wurde die Ausstellung nicht nur von zahlreichen Interessenten aus unserer Region, sondern vor allem aus der Bonn-Kölner und der Mainz-Frankfurter Region. Zu den prominentesten Gästen zählten sicher der neue rheinland-pfälzische Kulturminister Prof. Konrad Wolf, Prinz Radu von Rumänien, als Schwiegersohn des ehemaligen rumänischen Königs, sowie der Chef des früheren deutschen Kaiserhauses, Prinz Georg Friedrich von Preußen.

 Begleitend zur Präsentation fand ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen, Konzert, Lesung und zahlreichen Führungen statt. Beeindruckend war die begleitende Installation „Wenn nur der Rhein nicht wär“ von der Bonner Künstlerin Marianne Pitzen, gleichzeitig Direktorin des Frauenmuseums in Bonn. Auch eine weitere Schrift der Forschungsstelle Carmen Sylva konnte gemeinsam mit Isabelle Fürstin zu Wied im Festsaal präsentiert werden. Zur Carmen Sylva-Ausstellung und zur Jubiläumsausstellung des Landkreises erschienen reich bebilderte und detailliert beschriebene Kataloge.

Zahlreiche weitere Veranstaltungen führte das Museum in seinem schönen Festsaal durch. So auch zum zweiten Mal eine Lesung im Rahmen„Wanderpapst“ Manuel Andrack im Roentgen-Museum, von links: Maria Bastian-Erll, Programmleiterin der WW-Kulturtage, Manuel Andrack und Museumsdirketor Bernd Willscheid der Westerwälder-Literaturtage; in diesem Jahr las der „Wanderpapst“ Manuel Andrack aus seinem Buch „Gesammelte Wanderabenteuer“.

 Dem Roentgen-Museum gelingt es voraussichtlich Anfang des neuen Jahres, einen Schreib- und Spieltisch von David Roentgen zu erwerben. Die Kulturstiftung der Länder, die Ernst von Siemens Kunststiftung und die Otto Wolff Stiftung haben die Finanzierung des Ankaufes bereits mündlich zugesagt.

 Durch die Museums Stiftung Krüger konnten weitere kostbare Objekte für das Museum erworben werden: so einen Sessel um 1805 von dem Brüsseler Möbelschreiner Jean-Joseph Chapuis, gefertigt in Schichtholzverleimung, weiter einen Schreibtisch von Marcel Breuer von 1938 und ein Selbstbildnis des Malers Werner Tübke, einer der bekanntesten Vertreter der Leipziger Schule.

 Nicht nur im Roentgen-Museum, auch im „Kunstflur“ des Kreishauses fanden Ausstellungen statt: so wurden Werke gezeigt von der Malerin Christiane Schmidt aus Nauort, Fotografien der Unkeler Künstlerin Ulrike Paulmann und nach der Ausstellung des Kreismedienzentrums zur 200jährigen Kreisgeschichte zurzeit Werke des Fotografen Andreas Pacek.

 Im neuen Jahr findet nach der Jahreskunstausstellung, die bis zum 15. Januar präsentiert wird, eine Ausstellung mit Grafiken der Künstlerin Antonia Fournier aus Oberdreis statt. Karl Bruchhäuser, dem mit dem Landkreis Neuwied sehr verbundene Kunstmaler aus Woldert, wird anlässlich dessen 100. Geburtstag eine Ausstellung gewidmet.

 Die Reisen des Prinzen Maximilian zu Wied sind Thema der folgenden Ausstellung. Das Fürstenhaus und auch die Robert Bosch GmbH in Stuttgart, in deren Brasilien-Bibliothek sich die Original-Aquarelle von der Brasilienreise Maximilians befinden, haben ihre Unterstützung bereits zugesagt.

 Im Kreishaus sind Ausstellungen mit Werken der im Landkreis Neuwied beheimateten Künstler Rainer Roßbach und Annelie Meinhardt-Miesen geplant.

 Landrat Rainer Kaul betont, hat das Museumsteam wieder ein interessantes und spannendes Programm erstellt hat, das natürlich von zahlreichen Vorträgen, Führungen, Lesungen und Konzerten begleitet wird. Das Museumsteam freut sich auf zahlreiche Besucher; deren Zahl sich in 2016 bereits gut erhöht hat. 

 

Öffnungszeiten des Roentgen-Museums: Di.-Fr. 11-17 Uhr, Sa., So. und Feiertage 14-17 Uhr

Samstags freier Eintritt

 

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