Schichten – Möbeldesign vom Klassizismus bis zur Moderne

Eröffnung der Ausstellung mit Schicht- und Sperrholzmöbeln aus zwei Jahrhunderten im Roentgen-Museum Neuwied

Foto: (von links) Museumsdirektor Bernd Willscheid, Landrat Achim Hallerbach, Dr. Margit Theis-Scholz, Kulturdezernentin der Stadt Koblenz, Sammler Dirk Dowald, Ausstellungskurator Wolfgang ThillmannMit der aktuellen Ausstellung räumt das Roentgen-Museum Neuwied ein weit verbreitetes Vorurteil aus: Es geht um Sperrholz beziehungsweise Schichtholz. Fälschlicherweise oft als minderwertig abqualifiziert, präsentiert die Ausstellung Möbel und Möbelkunst dieses Genres in höchster Vollendung.

Landrat Achim Hallerbach eröffnete gemeinsam mit Museumsdirektor Bernd Willscheid im Roentgen-Museum Neuwied die Ausstellung „Schichten – Möbeldesign vom Klassizismus bis zur Moderne“.

Bei angenehmem Sommerwetter begrüßte Landrat Achim Hallerbach im romantischen Gartenhof des Museums die zahlreichen Gäste. Die Ausstellung mit Schicht- und Sperrholzmöbeln sei eine beeindruckende Präsentation als Auftakt für das 90jährige Bestehen des Roentgen-Museums in diesem Jahr, erwähnt Landrat Hallerbach in seiner Rede. Er dankte dem Kurator der Ausstellung, Wolfgang Thillmann, sowie den Leihgebern der kostbaren Exponate. Wolfgang Thillmann, exzellenter Kenner und Sammler von Thonet- sowie auch von Schicht- und Sperrholzmöbeln führte mit seinem Vortrag in die Ausstellung ein. Bedeutende Leihgaben, so ein vergoldeter Tisch von 1790 des französischen Hoftischlers Georges Jacob, die Möbel des Kunsttischlers Jean-Joseph Chapuis aus Brüssel aus dem frühen 19. Jahrhundert, der berühmte „Bopparder Sessel“ von Michael Thonet, die Möbel der Designer Marcel Breuer, Alvar Aalto oder Gerald Summers aus dem frühen 20. Jahrhundert, seien beeindruckende Beispiele für das Material Schicht- und Sperrholz. 

Jacob und Chapuis experimentierten bereits vor über 200 Jahren mit verschiedenen Herstellungsverfahren, gebogene Möbelteile aus Schichtholz herzustellen. Wenn sie sich auch überwiegend noch an dem klassizistischen oder biedermeierlichen Formen-Repertoire ihrer Zeit orientierten, so weisen ihre technischen Lösungen weit in das 20. Jahrhundert voraus, erklärt Wolfgang Thillmann. Die Schau nehme mehr als 150 Jahre Designgeschichte in den Blick. In den 1920er Jahren seien von Entwerfern wie Alvar Aalto oder Marcel Breuer 100 Jahre vorher entwickelte Verfahren wieder aufgenommen und in eine material- und zeitgemäße Formensprache übersetzt worden. Die Verwendung von Sperrholz war innovativ und ermöglichte die Etablierung einer neuen Formensprache.  

Museumsdirektor Bernd Willscheid bedankte sich vor allem bei dem Kurator und den Leihgebern, hierunter bedeutenden Privatsammlungen wie der Löffler Collection oder der Miniaturmöbel-Sammlung Dowald, aber auch bei Museen wie den Königlichen Museen für Kunst und Geschichte in Brüssel, dem Museum Vleeshuis in Antwerpen und dem Landesmuseum Koblenz.  


In der Ausstellung geben nun bis zum 4. November 2018 repräsentative Möbel aus der Zeit vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zu den 1930er Jahren einen repräsentativen Einblick in die Geschichte des faszinierenden Materials Schicht- und Sperrholz. Es ist die erste Ausstellung zu diesem Material, die alleine anhand von Möbeln präsentiert wird!

Zu der Ausstellung ist im Hirmer Verlag ein 224 seitiger, reich bebilderter Katalog erschienen.

Öffentliche Führungen durch die Ausstellung

Sonntag, 15.07.2018, 14.30 Uhr

Sonntag, 19.08.2018, 14.30 Uhr

Sonntag, 16.09.2018, 14.30 Uhr

Sonntag, 21.10.2018, 14.30 Uhr


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