Eine echte Chance für Obdachlose - Housing-First-Projekt in Neuwied

Housing-First-Projekt in Neuwied soll sukzessive ausgebaut werden – Wirtgen-Stiftungen haben erste vier Wohnungen angekauft

Wer obdachlos ist, ist gesellschaftlich ganz unten angekommen. Die Probleme sind zahlreich, den Weg zurück zu finden, ist extrem schwierig. Es gibt Hilfe, in Neuwied zum Beispiel von mittlerweile zwei hoch engagierten Streetworkerinnen. Doch sie stoßen oft an eine Grenze: den Wohnungsmarkt. Keine Wohnung, keine Perspektive lautet dann oft die Gleichung. Und wer beispielsweise gerade eine Reha hinter sich hat, clean und eigentlich guten Mutes ist, der fällt schnell in alte Muster zurück, wenn er eine Notunterkunft beziehen muss, in der andere Menschen „mit Problemen“ wohnen.

Foto: Wollen das Housing-First-Projekt in Neuwied auf ein solides Fundament stellen und sukzessive ausbauen: (von links) Landrat Achim Hallerbach, Caritasdirektor Eberhard Köhler, Dirk Arenz vom Jobcenter, Wirtgen-Stiftungen-Leiter Daniel Wichmann, Stefan Henzel, Referatsleiter „Soziales“ beim Kreis, und Neuwieds Bürgermeister Peter Jung.„Doch es gibt ein Konzept dagegen, das nachweislich aufgeht – wenn auch nicht immer: ,Housing First‘“, sagt Caritas-Direktor Eberhard Köhler und erklärt, dass es nichts anderes meint, als dass die Menschen zunächst eine eigene Wohnung bekommen – ohne Auflagen und Vorbedingungen. „Damit eröffnet sich eine Zukunft, damit lernen die Menschen wieder, eigenverantwortlich zu handeln“, sagt Köhler. Unterstützung wird „nur“ angeboten.

Doch woher nehmen? In Neuwied hat sich ein Pilotprojekt auf den Weg gemacht. Von Landrat Achim Hallerbach an einen Tisch gebracht, ermöglicht die Wirtgen-Stiftungen gemeinsam mit der Caritas und unterstützt von Kreis- und Stadt-Verwaltung sowie Jobcenter „Housing First“. Vier Wohnungen haben die Stiftungen bereits erworben, zwei weitere sind in der kurz- bis mittelfristigen Planung. „Wir sind den Stiftungen unheimlich dankbar, dass sie sich bei uns in Neuwied engagieren “, betont Bürgermeister Peter Jung. „Das ist ganz konkrete Hilfe.“


Zwei vormals wohnungslose Neuwieder Bürger konnten bereits ein reguläres, unbefristetes Mietverhältnis eingehen. Wieder „im eigenen Reich“ verbesserte sich schnell der allgemeine Gesundheitszustand und erste, persönliche Ziele konnten realisiert werden. „Mit dem sicheren Zuhause als tragender Säule haben die beiden Mieter eigene Kompetenzen und Fähigkeiten wiederentdeckt und auch genutzt“, freut sich Stiftungsleiter Daniel Wichmann Eine Reintegration in den Arbeitsmarkt rückt in erreichbare Nähe.

Und folglich lautete sein Zwischenfazit bei einer Besprechungsrunde im Kreishaus, dass das Fundament für eine langfristige Zusammenarbeit der Wirtgen Stiftungen, des Caritasverbandes und der Stadt sowie dem Kreis Neuwied gelegt ist. Die Projektpartner planen, das Angebot sukzessive auszubauen.

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