Digitale Hilfen gegen den drohenden Ärztemangel

Jetzt sind die Bürger gefragt: „Meine Gesundheit – Digital. Nah. Neuwied“ geht mit großer Befragung in die zweite Runde – Landrat Achim Hallerbach: Ein „Weiter so“ kann es leider nicht geben

Dass jedes Dorf seinen Hausarzt hat, der sich mit viel Zeit um seine Patienten kümmert und der regelmäßig zur Hausbesuchstour aufbricht, ist eine Idealvorstellung, die es vielerorts schon lange nicht mehr gibt. Doch schaut man sich die Statistiken an, wird auch der aktuelle Status quo wohl auf mittlere Sicht nicht zu halten sein. So wird es im Kreis Neuwied, der vor allem in der Stadt Neuwied noch über eine überdurchschnittlich gute ärztliche Versorgung verfügt, in den kommenden zehn Jahren zu Praxisschließungen kommen. Denn das Durchschnittsalter der niedergelassenen Mediziner liegt aktuell bei 57,9 Jahren, und Nachfolger werden nicht immer gefunden werden können. „Ein ,Weiter so‘ kann es in Fragen der Gesundheitsversorgung daher leider nicht geben“, macht Landrat Achim Hallerbach deutlich.

Der Kreis Neuwied hat sich im vergangenen Jahr erfolgreich für das Modellvorhaben „Smarte.Land.Regionen“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft beworben. Im November übergab die damalige Bundesministerin Julia Klöckner Landrat Achim Hallerbach den entsprechenden Förderscheck über fast 200.000 Euro. Dieses Geld setzt der Kreis seitdem für das Projekt „Meine Gesundheit - Digital. Nah. Neuwied“ ein. In Kooperation mit der Uni Siegen werden neue Konzepte für die gesundheitliche Versorgung gesucht. Dabei sind zunächst Experten aus Medizin, Pflege und Verwaltung zu ihren Vorstellungen interviewt worden. Nun sind die Bürger an der Reihe: Vom 1. Oktober bis zum 12. November läuft eine breit angelegte Befragung, bei der die Menschen die aktuelle Gesundheitsversorgung im Landkreis aus ihrer Perspektive beurteilen und ihre Meinung sagen können, welche digitalen Anwendungen für sie infrage kommen – von der Online-Terminvergabe bis zur Videosprechstunde. Auch mögliche Bedenken können geäußert werden. Der Fragebogen ist im Internet zu finden unter https://dmgd.de/umfrage-neuwied/. Außerdem liegt er in der zweiten Oktoberwoche als Papiereinleger „Blick aktuell“ und dem Mitteilungsblatt der Verbandsgemeinde Asbach bei. Die Beantwortung dauert circa zwei bis fünf Minuten, die Auswertung erfolgt anonym.

„Bitte nehmen Sie an der Umfrage teil. Ihre Einschätzungen und Ideen sind gefragt!“, appelliert Landrat Achim Hallerbach und macht deutlich, dass ein „Augen zu und durch“ angesichts der zu erwartenden Pensionierungswelle von Medizinern nicht infrage kommt, wenn weiterhin allen Bürgern gleichwertige Lebensbedingungen ermöglicht werden sollen.

 „Es muss zu Umstellungen in der Gesundheitsversorgung kommen, und ein Schlüssel dazu wird in der Digitalisierung liegen“, ist auch Dr. Olaf Gaus als Leiter des Projekts „Digitale Modellregion Gesundheit Dreiländereck“ der Uni Siegen überzeugt. Einig ist er sich dabei mit der Neuwieder Projektleiterin Franziska Beckmann, dass ein Gelingen der Umsetzung von „Meine Gesundheit – Digital. Nah. Neuwied“ entscheidend davon abhängt, dass die Menschen mitmachen. „Wir wollen eine passgenaue und zielgruppenorientierte Plattform entwickeln. Dabei ist es wichtig, dass wir die Meinung der Bürger kennen und berücksichtigen können“, betont sie. 


 

Der Fragebogen ist zu finden unter https://dmgd.de/umfrage-neuwied/

Mit dem QR-Code gelangen Sie ebenfalls zum Fragebogen:


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